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Deutsch-französische Freundschaft in Evreux

Von MICHAELA WIEGEL

9. März 2021 · Deutsche und Franzosen bilden bald eine gemeinsame Lufttransportstaffel. Das gab es noch nie. Eine Reportage aus Evreux in der Normandie.

Noch liegt die Kommandozentrale der deutsch-französischen Lufttransportstaffel inmitten einer riesigen Baustelle. Vom Dach aus hat man einen Panoramablick auf die neuen Schutzwälle, die stählernen Gerüste der drei Flugzeughallen und auf das Flugfeld, dem noch die letzte Betonschicht fehlt. Unten lärmen Baumaschinen, ein Sattelzug schlingert über den schlammigen Stichweg. Aus der Ferne ist ein startendes Kampfflugzeug zu hören.


„Die Architektur soll helfen, die Mitglieder des Geschwaders zusammenzuschmieden.“
MAXIME, Hauptfeldwebel

Die Kommandozentrale könnte schon bald das wichtigste Bauwerk der deutsch-französischen Verteidigungszusammenarbeit sein. Jeweils 110 Millionen Euro investieren Deutschland und Frankreich bis 2024 in die neue Infrastruktur für die Transportflugzeugeinheit in der Normandie. Der Bauleiter, ein Ingenieur der Infrastruktureinheit der französischen Streitkräfte, ist mit den Fortschritten zufrieden. „Trotz der Pandemie sind wir im Zeitplan“, sagt Hauptfeldwebel Maxime, dessen Nachname nicht genannt werden darf, so schreibt es die Armee für Soldaten seines Dienstgrades vor. Er zwinkert: „Deutsche Pünktlichkeit können wir auch!“ Maxime zeigt auf den weiten Lichtschacht in der Mitte des Daches. Noch fällt es schwer, sich den lichtdurchfluteten Innenhof mit Grünpflanzen und Gartenstühlen vorzustellen, den Maxime beschreibt. Hier sollen sich Soldaten beider Länder zum entspannten Austausch bei einer Tasse Kaffee treffen. Das gesamte Gebäude sei so geplant, dass sich alle bei Dienstbeginn über den Weg laufen, sagt Maxime. „Die Architektur soll helfen, die Mitglieder des Geschwaders zusammenzuschmieden.“

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