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„Gelbwesten“-Proteste : Merkel kritisiert „Zerstörungswut“ in Paris

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Bei den Protesten der „Gelbwesten“ auf dem Champs-Élysées kam es am Samstag zu Ausschreitungen und Plünderungen. Bild: AP

Die Bundesregierung verurteilt die abermaligen Ausschreitungen bei Protesten der „Gelbwesten“-Bewegung am Samstag in Paris. An den Plünderungen war nach Medienberichten möglicherweise auch ein Polizist beteiligt.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die abermaligen Krawalle bei Protesten der „Gelbwesten“ in Frankreich verurteilt. „Der Ausbruch von Gewalt und von Zerstörungswut in Paris am vergangenen Wochenende ist erschreckend, mit friedlichem demokratischen Protest hat das nichts zu tun“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

          Die Bundesregierung stehe an der Seite der französischen Regierung in deren Bemühen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten, sagte Seibert weiter. Präsident Emmanuel Macron habe mit der Dialog-Initiative „Grand Débat“, in deren Rahmen Menschen ihre Klagen und Wünsche vortragen könnten, eine „richtige und wichtige Antwort“ auf die sozialen Proteste gegeben.

          Die französische Regierung steht wegen der Ausschreitungen unter Druck, Oppositionspolitiker werfen ihr eine Ohnmacht des Staates vor. Innenminister Christophe Castaner und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire müssen sich an diesem Dienstag vor dem Senat erklären. Rund um den Boulevard Champs-Élysées waren am Samstag Läden geplündert, Restaurants demoliert und Autos angezündet worden. Ein Wohnhaus ging in Flammen auf, mehrere Menschen wurden verletzt.

          Besondere Aufmerksamkeit hatte ein Video der Onlineplattform Brut erregt. Dieses zeigt,  wie ein Bereitschaftspolizist in dem geplünderten Fanshop des Fußball-Erstligisten Paris Saint-Germain Trikots in einen Rucksack steckt. Der Film endet, als ein weiterer Polizist den Kameramann mit seinem Schlagstock traktiert. Die Generalinspektion der Nationalpolizei eröffnete interne Ermittlungen, wie es am Sonntagabend von der Pariser Präfektur hieß.

          Nach Angaben der Pariser Industrie- und Handelskammer wurden insgesamt 91 Geschäfte beschädigt, geplündert oder angezündet. Darunter seien viele internationale Ketten. Randalierer schlugen unter anderem bei der Modekette Boss Scheiben ein, Läden von Zara und Lacoste wurden geplündert. Ein Laden der Luxustaschen-Marke Longchamp wurde angezündet.

          Die Regierung hat Fehler bei der Polizeistrategie eingeräumt. Premierminister Edouard Philippe will Präsident Emmanuel Macron am Montag Vorschläge für eine verbesserte Sicherheit unterbreiten.

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