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Neuwahl in Dänemark : Keulungen, Krisen, Kompromisse

„Irreführende Äußerungen“: Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Bild: via REUTERS

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen setzt in Dänemark Neuwahlen an – das hat mit den toten Nerzen zu tun. Für die regierenden Sozialdemokraten ist der Zeitpunkt ungünstig.

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          Es ist auch für Dänemark eine Zeit der großen Krisen und Unsicherheiten. Da wären der Kampf gegen den Klimawandel, der Krieg in der Ukraine und die Sorgen um die Energieversorgung in Europa, die mit den vier Lecks in den Nord-Stream-Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm gerade auch nicht kleiner geworden sind. Die dänische Regierung hat jetzt aber etwas ganz anderes in die Krise gestürzt: der Nerz. Genau genommen: die Tötung von vielen Millionen Nerzen – und wie die Ministerpräsidentin sie begründet hat.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Am Mittwoch trat die Sozialdemokratin Mette Frederiksen vor die Türen ihres Dienstsitzes Marienborg und tat, was seit Wochen von ihr erwartet worden war: sie verkündete Neuwahlen. Am 1. November ist es soweit, sie habe die Königin informiert. Am Tag zuvor hatte sie noch zur Eröffnung des Parlaments eine große Rede gehalten über all die Herausforderungen und Krisen dieser Zeit. Am Mittwoch dann sagte sie, es mute in einer Zeit all dieser Krisen merkwürdig an, eine Wahl abzuhalten. Aber das sei der Wille einer Mehrheit im Parlament. Womit sie elegant umschrieb, dass sie mit der Neuwahl nur einem Misstrauensvotum zuvorgekommen ist. Eine Partei, die ein wichtiger Partner ist, hat sie unter Druck gesetzt. Ihr ist kein anderer Ausweg mehr geblieben.

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