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Synagoge in Texas : Was hat der Geiselnehmer mit einer Al-Qaida-Terroristin zu tun?

  • -Aktualisiert am

Strafverfolgungsbeamte bei Ermittlungen vor der Synagoge in Colleyville, Texas, am 16. Januar Bild: EPA

Das Motiv der Geiselnahme in einer Synagoge in Texas wird von den Sicherheitsbehörden weiter untersucht. Der Geiselnehmer verlangte Kontakt zu einer verurteilten Al-Qaida-Terroristin.

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          Noch wird das Motiv der Geiselnahme in einer Synagoge in Texas von den Sicherheitsbehörden weiter untersucht. Präsident Joe Biden befand dennoch auf der Grundlage der Informationen, welche ihm am Sonntag präsentiert worden waren: „Das war ein Terrorakt.“ Und er machte eine Andeutung: Die Tat stehe im Zusammenhang „mit jemandem, der vor 15 Jahren verhaftet wurde und seit zehn Jahren im Gefängnis sitzt“, sagte er während eines Besuchs in Philadelphia.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Der Geiselnehmer hatte verlangt, die Pakistanerin Aafia Siddiqui zu sehen. Die Neurologin, welche laut FBI in Verbindung zum Terrornetz Al Qaida gestanden haben soll, war 2008 im afghanischen Ghazni festgenommen und 2010 unter anderem wegen Mordversuchs von einem Bundesrichter in Manhattan zu einer Haftstrafe von 86 Jahren verurteilt worden. Beim Verhör auf einer Polizeiwache in Afghanistan hatte sie eine am Boden liegende Waffe an sich genommen und auf einen amerikanischen Soldaten, einen FBI-Beamten und einen Übersetzer gezielt, ohne diese zu treffen. Die Frau hatte an einer Universität in den USA studiert. Später wurde ihr Name von amerikanischen Behörden auf eine Liste von Al-Qaida-Verdächtigen gesetzt. Sie ist im „Federal Medical Center“ inhaftiert, einer Einrichtung in Fort Worth.

          Laute Explosion und Schüsse

          Die Polizei hatte die rund elf Stunden dauernde Geiselnahme in der Synagoge der Congregation Beth Israel in der Kleinstadt Colleyville in der Nähe von Fort Worth am Samstagabend beendet und die drei verbliebenen Geiseln befreit, darunter den Rabbiner. Eine weitere Geisel war schon zuvor freigekommen. Der bewaffnete Täter starb. Ob er von den Einsatzkräften getötet wurde oder Suizid beging, blieb zunächst unklar. Bis zu 200 Sicherheitskräfte unterschiedlicher Einheiten waren am Tatort im Einsatz. Als sie die Synagoge stürmten, kam es zu einer lauten Explosion und zu Schüssen.

          Wissen war nie wertvoller

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          Die Bundespolizei identifizierte den Geiselnehmer als einen 44 Jahre alten britischen Staatsbürger namens Malik Faisal Akram. Es gebe derzeit keine Hinweise auf weitere Tatbeteiligte, teilte das FBI in Dallas mit. Er soll nach Auskunft der Sicherheitsbehörden geäußert haben, Aafia Siddiqui und er würden gemeinsam in den Himmel kommen, nachdem er sie gesehen habe. In einer Liveübertragung des Gottesdienstes am Schabbat, die auf Facebook gestreamt wurde, war kurzzeitig die Stimme des mutmaßlichen Täters zu hören, der verlangte, mit seiner „Schwester“ zu telefonieren. Deren Anwältin sagte, ihre Mandantin habe „absolut nichts“ mit der Geiselnahme zu tun.

          Akram war kurz vor Neujahr über New York in die Vereinigten Staaten eingereist. Er hatte angegeben, ein Hotel im New Yorker Stadtbezirk Queens beziehen zu wollen. Mitarbeiter amerikanischer Sicherheitsbehörden teilten mit, Akram sei legal ins Land gekommen. Es habe nichts gegen ihn vorgelegen. Das FBI teilte mit, Akram sei während der Geiselnahme ausschließlich auf eine Sache fokussiert gewesen, er habe Aafia Siddiqui sehen wollen.

          Präsident Joe Biden äußert sich am 16. Januar in Philadelphia zu der Geiselnahme in der Synagoge in Texas.
          Präsident Joe Biden äußert sich am 16. Januar in Philadelphia zu der Geiselnahme in der Synagoge in Texas. : Bild: AP

          In London verurteilte Außenministerin Liz Truss die „terroristische und antisemitische“ Tat. Die britische Polizei bestätigte die Identität des Tatverdächtigen, der aus Blackburn stamme. Auf der Facebook-Seite der muslimischen Gemeinde der Stadt im Nordwesten Englands meldete sich der mutmaßliche Bruder des Geiselnehmers zu Wort. Seine Familie verurteile die Tat, schrieb der Mann. Sein Bruder, der bei dem Polizeieinsatz erschossen worden sei, habe unter psychischen Problemen gelitten.

          Die britische Polizei nahm unterdessen im Zusammenhang mit der Geiselnahme zwei Jugendliche fest. Die Teenager seien am Sonntagabend im Süden der Stadt Manchester in Nordengland festgenommen worden, teilte die Anti-Terror-Polizei mit. „Sie bleiben zur Befragung in Gewahrsam“, teilte die Polizei der Region Manchester mit.

          Die britische Regierung sagte den Vereinigten Staaten ihre Unterstützung bei den Ermittlungen zu. „Wir stehen an der Seite Amerikas und verteidigen die Rechte und Freiheiten unserer Bürger gegen diejenigen, die Hass verbreiten“, schrieb Außenministerin Truss auf Twitter. Präsident Biden versprach, „gegen Antisemitismus und gegen den zunehmenden Extremismus in diesem Land“ vorzugehen. Man werde das nicht tolerieren.

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