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Seeleute und Regisseur frei : Russland und Ukraine tauschen Gefangene aus

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Endlich frei: Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow verlässt in Kiew das russische Flugzeug und wird von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Empfang genommen. Bild: Reuters

Nach wochenlangen Verhandlungen ist der Austausch von Gefangenen zwischen Russland und der Ukraine abgeschlossen. Auch der ukrainische Regisseur Senzow kam dabei frei.

          Der große Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und Russland ist abgeschlossen. Die Flugzeuge beider Länder landeten am Samstag fast gleichzeitig auf den Flughäfen der Hauptstädte, wie Medien in Kiew und Moskau berichteten. In Kiew trafen auch die 24 ukrainischen Seeleute ein, die seit November in russischer Haft gesessen hatten. An Bord der Maschine war außerdem der ukrainische Regisseur Oleg Senzow.

          Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm die Freigelassenen in Empfang - mit Handschlag und Umarmung. Auch Angehörige warteten mit Tränen der Freude in den Augen auf dem Flughafen Borispol. In Moskau landete eine Maschine mit Gefangenen, die Kiew zuvor auf Verlangen der russischen Behörden aus der Haft entlassen hatte.

          Der Austausch sollte nach der Formel 35 gegen 35 erfolgen. Allerdings war zunächst unklar, wie viele Menschen genau auf der jeweiligen Seite tatsächlich in den Flugzeugen saßen. Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor den großen und richtungsweisenden Austausch angekündigt, der die Beziehungen beider Länder verbessern soll.

          Moskau und Kiew hatten auf Initiative des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit Ende Juli über den Austausch von Gefangenen zur Entspannung der beiderseitigen Beziehungen verhandelt. Am Donnerstag hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin sich erstmals öffentlich direkt zu dem Gefangenenaustausch geäußert. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte er. Geplant sei ein großangelegter Austausch, der „ein großer Schritt hin zur Normalisierung“ der russischen Beziehungen zur Ukraine bedeute.

          Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind seit Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 äußerst angespannt. Russischen und ukrainischen Medien zufolge verhandelten beide Seiten seit Wochen über den Austausch von jeweils rund 30 Gefangenen. „terroristischer Angriffe“ auf der annektierten Krim-Halbinsel.

          Die ukrainische Justiz hatte vergangene Woche angeordnet, den russisch-ukrainischen Journalisten Kirilo Wyschinski unter Auflagen freizulassen. Er hatte wegen des Vorwurfs des „Hochverrats“ mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft in der Ukraine zugebracht.

          Am Donnerstag ordnete ein ukrainisches Gericht überdies unter Auflagen die Freilassung von Wladimir Zemach an. Er soll für die Luftabwehr der prorussischen Separatisten in Donezk zuständig und am Abschuss der Passagiermaschine des Flugs MH17 über der Ostukraine beteiligt gewesen sein.

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