Verhandlungen über Nawalnyj : Ein gefährliches Geschäft mit Putin

Die Bundesregierung war offenbar bereit, den „Tiergartenmörder“ gegen Alexej Nawalnyj zu tauschen. Jetzt weiß Putin, dass Berlin grundsätzlich gesprächsbereit ist.
Ein Austausch des wichtigsten innenpolitischen Gegners von Wladimir Putin, des vielfach als politischen Gefangenen anerkannten Alexej Nawalnyj, gegen einen in Deutschland inhaftierten Auftragsmörder des Geheimdiensts FSB: Das erschien bis zum Montag als schwer vorstellbar. Zwar kursierten seit Sommer 2022 Presseberichte, denen zufolge Moskau in Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten darauf drang, diesen Killer freizubekommen; er heißt Wadim Krassikow und war in jenem Frühjahr in Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt worden, da er im Jahr 2019 im Tiergarten einen Tschetschenen erschossen hatte. Doch war dabei stets von einem möglichen Austausch gegen in Russland festgehaltene Amerikaner die Rede, nicht von deutschen Staatsbürgern in russischer Haft. Es schien so, als wolle Moskau mit dieser Forderung erreichen, dass die Amerikaner Druck auf ihre deutschen Verbündeten aufbauten, die offiziell in Fragen des Häftlings- respektive Geiselaustauschs „nicht erpressbar“ sind.
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