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Afghanischer Friedensprozess : Kabul und Taliban einigen sich auf Gefangenenaustausch

Blick in ein Gefängnis in der nordafghanischen Stadt Scheberghan. Bild: Reuters

Nach wochenlanger Blockade kommt Bewegung in die Bemühungen, den Krieg in Afghanistan zu beenden. Schon in wenigen Tagen wollen die Regierung in Kabul und die Taliban mit dem geplanten Gefangenenaustausch beginnen.

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          In Afghanistan zeichnen sich Fortschritte auf dem Weg zu Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Taliban-Rebellen ab. In den kommenden Tagen wollten Vertreter beider Seiten sich zu Vorgesprächen treffen, sagte der Sprecher des afghanischen Nationalen Sicherheitsrates, Javid Faisal, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Dies sei bei einer Videokonferenz am Mittwochabend vereinbart worden – der zweiten innerhalb weniger Tage. Dort habe man auch einen Kompromiss zum umstrittenen Gefangenenaustausch gefunden, hieß es vom Nationalen Sicherheitsrat. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani benannte unterdessen am Donnerstag eine zwanzig Personen umfassende Delegation, welche die Verhandlungen mit den Taliban über die Zukunft Afghanistans führen soll.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Der Gefangenenaustausch und darauf folgend der Beginn innerafghanischer Friedensverhandlungen sind in dem Abkommen vorgesehen, das die Vereinigten Staten und die Taliban am 29. Februar geschlossen haben und das dazu beitragen soll, den seit 2001 währenden Krieg in dem Land zu beenden. Bislang ist jedoch keiner der Schritte erfolgt, da die Regierung in Kabul Teile des Abkommens ablehnte, an dem sie nicht beteiligt war.

          Nun hat man sich nach Aussage beider Seiten darauf geeinigt, dass die schrittweise Freilassung von Gefangenen vom 31. März an erfolgen soll. Vom Nationalen Sicherheitsrat hieß es, man werde mit der Freilassung von hundert inhaftierten Taliban „aus humanitären Gründen“ beginnen, nachdem die Taliban zugesichert hätten, dass die Häftlinge nicht wieder an Kämpfen teilnehmen werden. Im Gegenzug würden auch die Taliban Gefangene freilassen. Einer ihrer Sprecher schrieb auf Twitter, dass man eine Abordnung „zur Identifizierung, Bestätigung und Freilassung von Gefangenen gemäß der bereits vorgelegten Liste“ zum Gefängnis nach Bagram nördlich von Kabul schicken wolle.

          Der mit Ghani konkurrierende bisherige Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah sagte derweil am Donnerstag, er sei bereit, Gespräche zu führen, um die politische Krise im Land zu beenden. Die amerikanische Regierung hatte zuletzt erheblichen Druck auf Ghani und Abdullah ausgeübt, sich zu einigen.

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