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Gedenken im Yasukuni-Schrein : Falsche Signale

  • -Aktualisiert am

Japans Ministerpräsident Abe hat es zwar unterlassen, im Yasukuni-Schrein auch verurteilter Kriegsverbrecher zu gedenken. Dennoch sendet er falsche Signale in die Welt.

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          Inselvölkern wird vielfach eine gewisse Schrulligkeit nachgesagt - und nachgesehen. Aber auch die politische Elite eines Inselvolkes sollte wissen, dass sie sich nicht alles erlauben darf, obwohl nur Wasser um sie ist. Die Führung Japans hat am Donnerstag das erwartete Trauerspiel aufgeführt. Ministerpräsident Abe hat es zwar unterlassen, im Yasukuni-Schrein auch verurteilter Kriegsverbrecher zu gedenken.

          Er hat aber verlauten lassen, dass er leider aufgrund der Umstände nicht in der Lage gewesen sei, dorthin zu gehen. „Umstände“ ist hier wohl mit Druck aus den Vereinigten Staaten zu übersetzen. Mehrere Minister waren aber an der Gedenkstätte.

          Außerdem hat Abe bei seiner Rede zum Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg das - windelweiche - Bedauern seiner Vorgänger über Japans Verbrechen während des Krieges absichtsvoll weggelassen.

          Damit hat der Regierungschef dem Ausland signalisiert, dass ihn nur seine heimische Klientel interessiert. Weiß der Mann, was er tut? Japan wird seine Freunde draußen in der Welt noch brauchen. Abe ist dabei, sie zu verprellen.

          Anstößiges Gedenken: Parlamentarier der Regierungspartei besuchen den Yasukuni-Schrein in Tokio Bilderstrecke
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          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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