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Gedenken an Samuel Paty : Werte müssen verteidigt werden

Schweigeminute in Frankreichs Schulen: Premierminister Jean Castex (2.v.l) und BildungsministerJean-Michel Blanquer (2.v.r), gedenken des getöteten Lehrers Samuel Paty in einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine Bild: dpa

Die Schweigeminute für den ermordeten französischen Lehrer Samuel Paty in den Schulen war wichtig. Sie vermittelt den Kindern die Bedeutung unserer Werte.

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          Frankreichs Schulen haben in einer Schweigeminute des bestialisch ermordeten Lehrers Samuel Paty gedacht. Das Innehalten sollte bei den Schülern das Bewusstsein für die Gefahr des Extremismus und die Bedeutung der Freiheit schärfen. Dem Gedenken an Paty haben sich auch deutsche Schulen angeschlossen. Wie wichtig diese Aktion war, zeigten in Deutschland nicht zuletzt die Aufrufe islamistischer Kreise an die Eltern, ihre Kinder nicht an der Schweigeminute teilnehmen zu lassen. Der Staat muss durchsetzen, dass die Lehrer die Werte, auf denen ein Gemeinwesen basiert, vermitteln können, ohne sich bedroht zu fühlen, und er darf den Konflikt mit den Eltern nicht scheuen, die ihre Kinder von diesen Werten fernhalten wollen.

          Davon zu unterscheiden ist eine zweite Ebene des Konflikts in Frankreich um den extremistischen Islamismus. Der türkische Präsident Erdogan hat zuletzt diesen Konflikt befeuert und zu einem politischen Klima beigetragen, in dem die Angriffe stattgefunden haben. Auslöser dürfte weder der Konflikt im östlichen Mittelmeer sein, bei dem sich Paris und Ankara gegenüberstehen, noch Macrons Aussagen zur islamistischen Gewalt, denen sich kein vernünftiger Mensch verschließen kann. Macron hat sich Erdogans Zorn vielmehr dadurch zugezogen, dass er den Staatsvertrag zur Entsendung türkischer Imame aufgekündigt hat. Erdogan sollte aufpassen, dass er den Bogen nicht noch weiter überspannt und andere Staaten Frankreich folgen.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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