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Gazastreifen : Heftige Gefechte, massive Luftangriffe

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bodentruppen rücken weiter in die Vororte von Gaza-Stadt vor, liefern sich schwere Gefechte mit militanten Palästinensern. Die israelische Luftwaffe unterstützt die Offensive und griff über Nacht mehr als 60 Ziele an. Zugleich aber werden Hinweise auf eine baldige Waffenruhe konkreter.

          Die israelische Armee hält auch am Dienstag den massiven Druck auf die radikale islamistische Palästinenserorganisation Hamas aufrecht. Ungeachtet der internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe im Nahen Osten wurden die Angriffe im Gazastreifen verstärkt. Zugleich gab es aber Hinweise auf eine mögliche bevorstehende Waffenruhe.

          Bodentruppen rückten weiter in die Vororte von Gaza-Stadt vor und lieferten sich mit militanten Palästinensern schwere Gefechte. Zugleich griff die Luftwaffe nach Angaben einer Armeesprecherin über Nacht mehr als 60 Ziele an und lieferte den Bodentruppen Unterstützung aus der Luft. Zu den angegriffenen Zielen gehörten den Angaben zufolge wieder Schmugglertunnel unter der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten sowie ein Hotel im nördlichen Gazastreifen, in dem sich Hamas-Kämpfer verschanzt haben sollen.

          Hamas-Führer gesprächsbereit

          18 Tage nach Beginn der israelischen Militäroffensive gehen die Bemühungen um eine Waffenruhe in Nahost weiter. Der UN-Sicherheitsrat will am Dienstag abermals in New York zusammentreten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon will darüber hinaus zu Gesprächen in die Region reisen.

          Israelische Panzer auf dem Weg nach Gaza

          Angesichts der schweren israelischen Angriffe signalisierte die Hamas-Führung im Gazastreifen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Der hochrangige Hamas-Politiker Ismail Hanija sagte in einer aufgezeichneten Fernsehbotschaft, er werde bei jeder Initiative zusammenarbeiten, die das Blutvergießen beende. Hanija verlangte aber einen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und eine Öffnung aller Grenzübergänge.

          Olmert setzt auf „ein schnelles Ende der israelischen Offensive“

          Der israelische Ministerpräsident Olmert hatte am Montag zwar deutlich gemacht, dass die Kämpfe weitergehen müssten, so lange das Raketenfeuer auf Israel nicht ende und die Schmuggeltunnel nach Ägypten nicht zerstört seien. Aber auch er hofft nach seinen eigenen Worten, „ein schnelles Ende der israelischen Offensive“ zu sehen. Außenministerin Livni äußerte im israelischen Armee-Rundfunk die Einschätzung: „Israels Abschreckung ist wiederhergestellt.“ Damit wäre eines der zentralen Ziele der israelischen Militäroffensive erreicht. Wann die Kämpfe eingestellt werden sollen, ließ Frau Livni aber offen.

          Die Zahl der getöteten Palästinenser ist nach Aussagen der Ärzte in Gaza auf mehr als 900 angestiegen. Auf israelischer Seite wurden seit Beginn der Kämpfe 13 Personen getötet, drei von ihnen durch Hamas-Raketen. Deren Abschüsse auf Israel nehmen täglich ab.

          Frau Livni lehnte es abermals in deutlichen Worten ab, mit der Hamas direkt zu reden. Worte aus dieser Gruppe seien „bedeutungslos“, sagte sie. Derweil intensivierte die ägyptische Regierung ihre Bemühungen um eine Waffenruhe. Aus der Hamas kamen dazu widersprüchliche Signale. Während die Exil-Führung in Damaskus auf eine Fortsetzung des Kampfes dringt, will offenbar die Hamas im Kriegsgebiet möglichst rasch eine Waffenruhe.

          „Hamas im Gazastreifen sieht sich existentiell bedroht“

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