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Gaza-Konflikt : Neue Feuerpause vereinbart

Nach einem israelischen Luftangriff steigt am Sonntag Rauch über Gaza-Stadt auf Bild: AP

Ein weiteres Mal haben sich Israel und die Palästinenser auf eine 72-stündige Waffenruhe verständigt. Zuvor waren vom Gaza-Streifen aus abermals Raketen abgefeuert worden, die israelische Luftwaffe flog neue Angriffe.

           

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Israelis und Palästinenser haben sich auf eine neue Feuerpause in Gaza geeinigt. Sie sollte am Sonntag um Mitternacht in Kraft treten und drei Tage dauern, wie das ägyptische Außenministerium am Abend mitteilte. Die Regierung rief beide Seiten dazu auf, in indirekten Verhandlungen in Kairo, „einen umfassenden und dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen“. Israel will laut Presseberichten bald eine Delegation nach Kairo entsenden.

          Hamas-Politbürochef Khaled Meschal sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Feuerpause diene dazu, Verhandlungen und Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu ermöglichen. Ein dauerhafter Waffenstillstand müsse zur Aufhebung der Blockade des Gazastreifens führen.

          Zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu klargestellt, dass die Israel die von Ägypten vermittelten Gespräche nicht fortsetzen werde, solange der Raketenbeschuss aus Gaza andauert. Die Militäroperation sei noch nicht zu Ende; es sei noch mehr Zeit und Geduld nötig.

          Der Beschuss aus Gaza dauerte bis zum Abend an. Mehr als 30 Raketen wurden in Richtung Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe griff mehr als 90 Ziele an. Am Sonntag wurden acht Palästinenser getötet und zehn Tote aus den Trümmern geborgen. Die Hamas hatte sich nach Berichten aus Gaza nicht an den Angriffen beteiligt, nur kleinere bewaffnete Gruppen. Der Beschuss aus Gaza wie die israelischen Vergeltungsschläge hielten sich im Vergleich zu den Wochen davor in Grenzen.

          Die israelische Justizministerin Zipi Livni legte am Wochenende einen eigenen Plan vor, um den Krieg in Gaza zu beenden. Wichtig sei es, den Menschen in Gaza zu helfen, ohne dadurch die Hamas zu stärken. Langfristig müsse die palästinensische Regierung unter Führung von Präsident Mahmud Abbas nach Gaza zurückkehren. Israel sollte sich deshalb mit der Autonomiebehörde, Ägypten und anderen moderaten Regierungen in der Region zusammentun.

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