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Gaza-Abzug : Israelischer Präsident befürchtet Attentat auf Scharon

  • Aktualisiert am

Katsav und Scharon in Jerusalem Bild: picture-alliance / dpa

Rabbiner haben verkündet, die Räumung des Gaza-Streifens verstoße gegen die jüdische Religion. Jetzt befürchtet der israelische Präsident Katsav ein Attentat militanter Abzugsgegner auf Regierungschef Scharon.

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          Der israelische Präsident Mosche Katsav befürchtet ein Attentat auf Regierungschef Ariel Scharon durch Gegner des geplanten Abzugs aus dem Gaza-Streifen.

          Die Äußerungen von Rabbinern gegen die Räumung der jüdischen Siedlungen könnten falsch interpretiert werden und Extremisten zu einem Anschlag auf den Ministerpräsidenten verleiten, sagte Katsav am Montag im Armee-Rundfunk. Hintergrund von Katsavs Warnung ist, daß einige den Siedlern nahe stehende Geistliche in den vergangenen Wochen ihre Rhetorik gegen den Abzug verschärft haben. Ihrer Darstellung nach verstößt die Räumung gegen die jüdische Religion und gefährdet Israels Existenz.

          Die Äußerungen der Geistlichen erinnern viele Israelis an die verbalen Angriffe auf Ministerpräsident Izchak Rabin vor seiner Ermordung im November 1995 durch einen ultranationalistischen Juden. Um das israelische Kabinett vor Attentaten zu schützen, hat der Geheimdienst Schin Bet am Sonntag die Maße von Scharon und Ministern für kugelsichere Westen aufgenommen.

          Die jüdischen Siedler haben zu passivem Widerstand gegen die Evakuierung aller 21 israelischen Siedlungen im Gaza-Streifen und vier der 120 im Westjordanland aufgerufen, die Mitte August beginnen soll.

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