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Gates in Peking : China testet Tarnkappen-Flugzeug

Dieses Bild soll das neue Flugzeug am Boden zeigen Bild: REUTERS

Während des Besuchs des amerikanischen Verteidigungsministers Gates in Peking hat China ein Tarnkappen-Flugzeug eigener Bauart getestet und damit seine militärischen Fähigkeiten demonstriert. Gates zeigte sich überrascht.

          Das chinesische Militär hat den Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers Gates in Peking für eine Demonstration seiner Fähigkeiten genutzt. Während Gates am Dienstag in Peking weilte, testete China mutmaßlich zum ersten Mal den Prototyp eines Tarnkappen-Flugzeugs eigener Bauart in der Region der südwestchinesischen Stadt Chengdu. Chinas Staatschef Hu Jintao versicherte bei seinem Treffen mit dem Amerikaner auf dessen Nachfrage zwar, dass der Test mit seinem Besuch nicht in Zusammenhang stehe. Doch dürfte der Zeitpunkt nicht zufällig gewählt worden sein.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Schon vor Tagen waren erste Fotos im chinesischen Internet aufgetaucht, die das Flugzeug aber nur auf dem Boden gezeigt hatten. Nachrichten und Bilder vom Testflug des Prototyps mit der Bezeichnung J-20 wurden am Dienstag dann ungehindert auf den Websites offizieller chinesischer Medien verbreitet. Nach Angaben des Verteidigungsministers Gates waren die Amerikaner überrascht, wie weit die Chinesen mit ihrer Entwicklung anscheinend schon fortgeschritten sind. Die ursprünglich in den Vereinigten Staaten entwickelte Technik macht die Flugzeuge für Radaranlagen weitgehend unsichtbar.

          Allerdings ist unklar, ob der chinesische Prototyp über die gleichen Fähigkeiten verfügt und wann die Chinesen in der Lage sein werden, das Flugzeug in größerer Stückzahl einzusetzen. In jedem Fall dürfte die kaum verschleierte Machtdemonstration die Unsicherheit verschärfen, die in Amerika über die Ziele herrscht, die China mit der rapiden Modernisierung seiner Streitkräfte verfolgt. Wie Gates auf seinem Flug nach Peking klargemacht hatte, betrachtet Amerika die chinesische Aufrüstung mit Sorge. Washington will deshalb auch den Militärdialog mit China ausbauen.

          Rüstungswettlauf zwischen China und Amerika befürchtet

          Der Amerikaner Gates und sein chinesischer Amtskollege Liang Guanglie hatten sich am Montag aber zunächst einmal nur auf eine Fortführung der militärischen Gespräche geeinigt, die China nach einem amerikanischen Waffenverkauf an Taiwan vor einem Jahr abgebrochen hatte. In Asien wird nun zunehmend ein Rüstungswettrennen zwischen China und den Vereinigten Staaten befürchtet. Die Amerikaner begründen ihre gestärkte militärische Präsenz im Pazifik allerdings nicht mit dem dort zunehmend selbstbewussten Auftreten Chinas, sondern mit der Bedrohung durch Nordkorea, das ein militärisches Atomprogramm verfolgt.

          Gates warnte nach seinem Gespräch mit Hu Jintao am Dienstag vor einer direkten Gefahr Nordkoreas für die Vereinigten Staaten. Nordkorea sei in der Lage, Amerika in fünf Jahren mit ballistischen Interkontinentalraketen zu bedrohen, sagte Gates nach Berichten von Agenturen in Peking. Die Spannungen auf der nordkoreanischen Halbinsel sollen auch ein Thema sein, wenn der chinesische Präsident in der kommenden Woche in die Vereinigten Staaten reist. Amerika erhofft sich, dass Peking seinen Einfluss auf den nordkoreanischen Verbündeten geltend macht. Gates hatte zu Beginn seiner Reise schon Chinas „konstruktive Rolle“ in dem Konflikt gelobt.

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