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Gates in Bagram : Amerika will dauerhaft Soldaten in Afghanistan stationieren

Robert Gates trifft am Montag amerikanische Soldaten in Kabul Bild: dapd

Der amerikanische Verteidigungsminister Gates hat bei einem Besuch in Afghanistan bekräftigt, dass auch nach dem Jahr 2014 amerikanische Soldaten in dem Land sein werden. Beide Seiten hätten Verhandlungen über die dauerhafte Stationierung amerikanischer Truppen aufgenommen.

          Der amerikanische Verteidigungsminister Gates hat in Afghanistan bekräftigt, dass auch nach dem Jahr 2014 amerikanische Soldaten in dem Land sein werden. „Natürlich würde es nur ein Bruchteil der jetzigen Truppenstärke sein, aber ich glaube, wir sind bereit, diese Verpflichtung einzugehen und die afghanische Seite will dies auch“, sagte Gates nach einem Besuch verwundeter Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram nahe Kabul.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Das afghanische Präsidentenamt teilte mit, beide Seiten hätten Verhandlungen über ein Abkommen zur dauerhaften Stationierung amerikanischer Truppen und zu einer Sicherheitspartnerschaft aufgenommen. Washington wünsche die Verhandlungen schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen. Ein ähnliches Abkommen hat Amerika mit dem Irak geschlossen.

          Gates war am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Afghanistan eingetroffen. Vor einer Unterredung mit Präsident Karzai traf Gates in Kabul den Kommandeur der Schutztruppe Isaf, General Petraeus. An diesem Dienstag will er in die Provinz Kandahar im Süden des Landes reisen. Dort und im Osten des Landes an der Grenze zu Pakistan sind die meisten der 30.000 zusätzlichen amerikanischen Soldaten im Einsatz, deren Entsendung Präsident Obama im Dezember 2009 befahl; insgesamt sind knapp 100.000 amerikanische Soldaten am Hindukusch stationiert.

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          Die Beziehungen zwischen Karzai und den Amerikanern haben sich wegen eines versehentlichen Luftangriffs auf Zivilisten in der vergangenen Woche verschlechtert. Karzai lehnte die Entschuldigung von General Petraeus wegen des Todes von neun Jugendlichen, die am Dienstag in der Provinz Kunar beim Holzsammeln von einem amerikanischen Hubschrauber beschossen worden waren, als nicht ausreichend ab.

          Amerikanische Kommandeure in Afghanistan heben eine Verbesserung der Sicherheitslage in den Süd- und Südwestprovinzen Kandahar und Helmand hervor, sprechen aber von fortgesetzten Schwierigkeiten an der Grenze zu Pakistan. Erste Zeichen der bevorstehenden Frühjahrsoffensive der Taliban und des Terrornetzes Al Qaida sind nach Angaben des Kommandeurs des Einsatzbereiches Ost, Generalmajor John Campbell, schon zu erkennen.

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