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Morawiecki begründet Forderung : Reparationen im Sinne der Gerechtigkeit

  • -Aktualisiert am

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki fordert von Deutschland Reparationen. Bild: EPA

Das Ausmaß der Zerstörungen durch Deutsche in Polen im Zweiten Weltkriege wird unterschätzt. Ausreichend entschädigt wurde Polen nie, sagt Regierungschef Morawiecki. Das solle sich jetzt ändern. Ein Gastbeitrag

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          Es gibt Verbrechen, die nie vollständig verziehen und vergessen werden können. Die Zeit befreit den Täter nicht von der Pflicht zur Wiedergutmachung gegenüber dem Opfer. Selbst wenn seine Verbrechen schwer einzuschätzen zu sein scheinen. Nicht alle westeuropäischen Bevölkerungen begreifen das vollen Ausmaß der Tragödie, welche der Zweite Weltkrieg für Polen darstellte. Aus westlicher Sicht kann dieser Konflikt als eine Kette von Schlachten, militärischen Manövern und politischen Entscheidungen betrachtet werden. Für uns ist er in erster Linie eine Kette von Verbrechen, Grausamkeiten und Zerstörungen, er bedeutet unwiederbringlich verlorene Entwicklungschancen.

          Der Zweite Weltkrieg wurde von Anfang an kaltblütig als Verbrechen geplant, das zur physischen Ausrottung ganzer Nationen und zur Vernichtung ganzer Staaten führen sollte. Heute ist es schwer vorstellbar, aber vor drei Generationen sprach das nationalsozialistische Deutschland den Polinnen und Polen das Recht auf Leben ab und erklärte sie zu einer Sklavenrasse, die man ungestraft grausamen Gewalttaten und Experimenten aussetzen darf. Rassistische Vorurteile, das Überlegenheitsgefühl und der koloniale Ehrengeiz des Dritten Reiches mündeten für mein Land in der größten Tragödie seiner Geschichte, sie durchkreuzten Chancen und Hoffnungen der gesamten Nation.

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