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Gasstreit : Russische Energie

  • -Aktualisiert am

Zentrale der Gasprom in Moskau Bild: AP

Der Kampf um Energie wird nicht nur über den Zugang zu fossilen Brennstoffen entschieden. Wichtiger ist langfristig, wer über den Zugang zu den Energieverbrauchern verfügt. Hier drängt Gasprom auf den europäischen Markt. FAZ.NET-Spezial.

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          Der Kampf um Energie wird nicht nur über den Zugang zu fossilen Brennstoffen entschieden. Wichtiger ist langfristig, wer über den Zugang zu den Energieverbrauchern verfügt. Wer die Netze zur Verteilung der Energie an Haushalte und Unternehmen kontrolliert, macht glänzende Geschäfte. Und er wird auch dann noch gut verdienen, wenn das letzte Öl- oder Gasfeld ausgesaugt sein wird und die Menschen nur noch Energie aus regenerativen oder atomaren Quellen nutzen werden.

          Deshalb dringt Gasprom, der vom russischen Staat beherrschte Energiekonzern, schon lange darauf, Gas nicht nur in den Westen zu liefern, sondern den Rohstoff auch in Deutschland oder in anderen Ländern Europas verteilen zu dürfen. Vor sieben Jahren, als Rußlands mächtigstes Unternehmen den deutschen Versorger Eon-Ruhrgas gebeten hat, Gasprom-Aktien zu kaufen, hat Eon den Wunsch der Russen nach einer Beteiligung an der Tochtergesellschaft Ruhrgas kühl abgelehnt.

          Es geht auch um die Macht über die Pipelines

          Inzwischen haben sich die Gewichte verschoben. Das zeigt auch der Wert der Gasprom-Beteiligung von Eon, der von zwei auf mehr als zehn Milliarden Euro gestiegen ist. Doch noch immer verweigert Eon den Russen den Einstieg in das eigene Netz.

          Zu Recht sorgt sich Eon um die Zuverlässigkeit eines Staatskonzerns aus einem scheindemokratischen Land, das zu Jahresbeginn der Ukraine den Gashahn zugedreht und bei der Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos gezeigt hat, daß der Kreml ganz eigene Vorstellungen von Eigentumsrechten in Rußland hat. Natürlich ist das nicht der einzige Grund für die Ablehnung russischer Offerten. Hinzu kommt der fragwürdige Schutz eigener Gebietsmonopole durch deutsche oder französische Versorger.

          Nun lädt Gasprom Versorger wie RWE zu strategischen Gesprächen ein, die den Einstieg in das lukrative Gasgeschäft verschlafen haben. Denn diese sind eher bereit, Gasprom den Zugang zu lokalen deutschen Stadtwerken zu öffnen. Doch solange Rußland den westlichen Partnern keine Rechtssicherheit garantiert, ist Vorsicht geboten. Erst wenn Gasprom nicht nur über Beteiligungen an regionalen Gas- oder Ölfeldern zu verhandeln bereit ist, sondern auch die Macht über seine Pipelines teilen will, sollte sich der Westen auf weiter reichende Geschäfte einlassen. Darauf sollte Bundeskanzlerin Merkel dringen, wenn sie in der kommenden Woche Putin trifft.

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