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Gaslecks in der Ostsee : NATO will Infrastruktur verteidigen

Nun sind es vier: Gas tritt am Mittwoch aus einem der Pipelinelecks in der Ostsee aus. Bild: EPA

Das Bündnis droht mit Konsequenzen, während Schweden ein viertes Leck in den Pipelines meldet. Moskau leitet derweil Ermittlungen wegen „internationalen Terrorismus“ ein.

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          Nach den EU-Staaten haben am Donnerstag auch die NATO-Mitglieder mit Konsequenzen wegen der Lecks in den Gasleitungen gedroht, die zwischen Russland und Deutschland in der Ostsee verlaufen. „Alle derzeit verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass dies das Ergebnis vorsätzlicher, rücksichtsloser und unverantwortlicher Sabotageakte ist“, hieß es in einer Erklärung des NATO-Rats. Die Lecks stellten ein Risiko für die Schifffahrt dar und verursachten beträchtlichen Schaden für die Umwelt. Die Verbündeten hätten sich verpflichtet, jegliche Einschüchterung durch Energie und hybride Bedrohungen abzuwehren. „Jeder vorsätzliche Angriff auf die kritische Infrastruktur der Bündnispartner würde mit einer gemeinsamen und entschlossenen Reaktion beantwortet“, drohten die dreißig Mitgliedstaaten.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Der Nordatlantikrat hatte sich am Mittwoch in zwei Sitzungen mit dem jüngsten Vorfall und der Energiesicherheit befasst. Mehrere Staaten boten Hilfe bei der Aufklärung an. Norwegen machte deutlich, dass es den Schutz seiner Energieinfrastruktur verstärken werde. Ob auch die NATO vermehrt Flagge zeigen wird, ist noch nicht klar. Dafür würde es eines politischen Beschlusses bedürfen. In der übernächsten Woche kommen die Verteidigungsminister in Brüssel zusammen, dann dürfte es auch darum gehen. Ein EU-Beamter kündigte an, dass sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem informellen Gipfel kommende Woche in Prag über die Angriffe auf die Gasleitungen austauschen würden. Er fügte hinzu, der Vorfall habe den Charakter des Konflikts in der Ukraine grundlegend verändert.

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