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Barrow im Exil vereidigt : Senegalesische Truppen marschieren in Gambia ein

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Hofft auf einen Neuanfang für Gambia: der neue Präsident Adama Barrow. Bild: AFP

Der gambische Präsident Barrow ist im Senegal im Exil vereidigt worden. Während sein Vorgänger Jammeh die Machtübergabe verweigert, spitzt sich die Lage zu.

          Senegalesische Truppen sind am Donnerstag in Gambia einmarschiert. Wie ein Armeesprecher am Abend in Dakar mitteilte, hätten die Soldaten am Nachmittag die Grenze überquert. Ziel des Einsatzes sei es, den abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh zur Machtübergabe an seinen Nachfolger Adama Barrow zu zwingen.

          Alle 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hatten zuvor einen von Senegal eingebrachten Resolutionstext gebilligt, wonach ein Eingreifen der Wirtschaftsgemeinschaft in Westafrika (Ecowas) legitim sei. Darin hieß es, die „instabile Lage in Gambia“ sei eine „Gefahr für den internationalen Frieden und regionale Sicherheit“. Es sollten jedoch „zuerst politische Mittel“ zur Anwendung kommen. Russland hatte betont, es handele sich nicht um eine formelle Autorisierung zum Einsatz militärischer Gewalt.

          Barrow war am Donnerstag, einen Tag nach Ablauf der offiziellen Amtszeit Jammehs, neuer Staatspräsident im Exil vereidigt worden. Die Amtseinführung fand in der gambischen Botschaft im Nachbarland Senegal statt. Nun sollten alle Gambier zusammenstehen, um Gambia zu einem Neuanfang zu verhelfen, forderte Barrow in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Zeremonie. Soldaten, die sich bewaffnet außerhalb der Kasernen bewegten, würden „als Rebellen betrachtet“.

          Barrow hatte im Dezember mit deutlicher Mehrheit die Präsidentenwahl gewonnen. Sein Widersacher Jammeh weigert sich jedoch weiterhin, seine Niederlage anzuerkennen und die Macht zu übergeben. Der Rücktrittsforderung der Ecowas kam er nicht nach. Schon am Mittwoch waren 200 nigerianische Soldaten nach Senegal verlegt worden. Ein nigerianisches Küstenwachschiff sollte folgen, liegt aber derzeit noch vor der ghanaischen Küste. Die ghanaische Regierung kündigte an, ebenfalls 200 Soldaten in den kommenden Tagen nach Senegal zu verlegen. Die senegalesische Armee hatte schon Anfang Januar Truppen entlang der Grenze zu Gambia zusammengezogen. Gambia ist, abgesehen von seiner Küste, von Senegal umschlossen.

          Nach Angaben aus der gambischen Hauptstadt Banjul halten sich derzeit Emissäre des marokkanischen Königs in Gambia auf, um Jammeh zu einem freiwilligen Rücktritt zu bewegen. Marokko strebt nach mehr als zwei Jahrzehnten Abwesenheit wieder eine Vollmitgliedschaft in der Afrikanischen Union (AU) an. Ein diplomatischer Erfolg in der gambischen Krise wäre hilfreich dabei.

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