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Mordfall Caruana Galizia : Büroleiter von Maltas Regierungschef tritt zurück

  • Aktualisiert am

Keith Schembri im März 2017 in Valetta Bild: Reuters

Ein Verdächtiger im Mordfall Caruana Galizia soll Keith Schembris Namen genannt haben. Deshalb will die Polizei den Büroleiter des maltesischen Ministerpräsidenten verhören.

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          Im Zusammenhang mit dem Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia ist der Büroleiter des Regierungschefs von Malta zurückgetreten. Das teilte Ministerpräsident Joseph Muscat am Dienstag in Valletta mit. Sein bisheriger Büroleiter Keith Schembri soll Polizeikreisen zufolge verhört werden, nachdem ein Hauptverdächtiger in dem Mordfall seinen Namen genannt habe.

          Gerade am Vortag hatte Maltas Regierungschef Joseph Muscat einem Verdächtigen Immunität gewährt. Ziel der Immunität sei es, „alle Fakten“ in Erfahrung zu bringen, über die der Verdächtige Melvin Theuma Auskunft geben könne, sagte Muscat am Montag vor dem Parlament. Ein weiterer Verdächtiger in dem Fall, der festgenommene maltesische Geschäftsmann Yorgen Fenech, beantragte ebenfalls Immunität. In seinem Fall steht die Entscheidung noch aus, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen erfuhr. Fenech ist Mitbesitzer unter anderem des Energieunternehmens Electrogas und Besitzer der in Dubai ansässigen Firma 17 Black, über die Galizia vor ihrem Tod berichtet hatte. Der Journalistin zufolge stand die Firma in Beziehung zu maltesischen Politikern.

          Aus Polizeikreisen hieß es, dass Theuma den Ermittlern bereits „wichtige Informationen“ geliefert habe. Theuma soll nun vor einem Gericht seine Aussage bei der Polizei wiederholen – diesmal unter Eid.

          Die 53 Jahre alte Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Ihre Ermordung löste europaweit Erschütterung aus. Die Journalistin hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche, Vetternwirtschaft und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. In manche der Skandale waren auch Mitglieder der Regierung von Malta verwickelt, Vorwürfe gab es auch gegen Regierungschef Muscat und seine Familie.

          Caruana Galizias Recherchen konzentrierten sich zum Großteil auf den „Panama Papers“-Skandal und auf die damit in Verbindung stehende Korruption auf höchster Ebene in Malta.

          Gegen drei Männer, die den Anschlag auf die Journalistin ausgeführt haben sollen, laufen Mordermittlungen, jedoch war bislang immer noch unklar, wer hinter dem Auftragsmord steckt.

          Im September hatte die maltesische Regierung eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet, nachdem unter anderem die Angehörigen der ermordeten Journalistin Zweifel an der Unabhängigkeit der Ermittlungen geäußert hatten.

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