Verhältnis zu Ankara : Gabriel: Brexit-Vertrag als Modell für EU-Türkei-Beziehungen
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Außenminister Sigmar Gabriel (hier am 18. Dezember in Berlin) will die Türkei enger an die EU binden. Als Vorbild könnte der Brexit-Vertrag dienen. Bild: BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Das Verhältnis zur Türkei ist nicht erst seit den Verhaftungen deutscher Staatsbürger angespannt. Außenminister Sigmar Gabriel will das Land dennoch enger an die EU heranführen – und hat dafür bereits eine Idee.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat eine engere Zusammenarbeit der Europäischen Union (EU) mit der Türkei und der Ukraine nach dem Vorbild eines künftigen Brexit-Vertrags angeregt. „Wenn wir ein kluges Abkommen mit Großbritannien hinbekommen, das die Beziehungen zu Europa nach dem Brexit regelt, könnte das ein Modell für andere Länder sein: die Ukraine und auch die Türkei“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht vom Dienstag.
Mit Blick auf Ankara fügte der Minister hinzu, es gebe in der Türkei den Willen, das Verhältnis zu Europa zu verbessern. „Es ist ein gutes Zeichen, dass mehrere inhaftierte Deutsche freigekommen sind“, sagte Gabriel. Allerdings bleibe die große Sorge um den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel. „Die Türken wissen, wie wichtig sein Schicksal für uns ist.“
Eine Möglichkeit wäre, mit der Regierung in Ankara „eine neue, engere Form der Zollunion“ anzustreben, erläuterte der Minister. Allerdings müsse sich dafür die Lage in der Türkei erst wieder ändern. „Ich kann mir für die nächsten Jahre weder die Türkei noch die Ukraine als Mitglied der EU vorstellen“, sagte Gabriel. „Daher müssen wir über alternative Formen einer engeren Zusammenarbeit nachdenken.“