https://www.faz.net/-gpf-9qhqo

G-7-Gipfel in Biarritz : Trump erwägt Treffen mit iranischem Präsidenten

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron Bild: AP

Bei der gemeinsamen Abschlusskonferenz mit Emmanuel Macron zeigt sich der amerikanische Präsident grundsätzlich offen für ein Treffen mit Hassan Rohani – „wenn die Umstände stimmen“.

          4 Min.

          Bei seiner Pressekonferenz mit Donald Trump zum Abschluss des G-7-Gipfels in Biarritz hat der französische Präsident am Montag ein Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und Irans Präsident Hassan Rohani angekündigt. Emmanuel Macron sagte, das Treffen werde in den kommenden Wochen stattfinden. „Wir haben die Bedingungen geschaffen für eine Zusammenkunft“, sagte er. Zuvor hatte der französische Präsident einen Vorstoß bei der Iran-Politik gewagt und den iranischen Außenminister Dschawad Zarif überraschend nach Biarritz eingeladen.

          Trump sagte, er sei unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Treffen mit Rohani bereit. „Wenn die Umstände stimmen, wäre ich sicherlich bereit.“ Iran sei nicht mehr das Land, das es war, als er vor zweieinhalb Jahren sein Amt angetreten habe, sagte Trump.

          Macron zeigte sich bei der Abschlusspressekonferenz zudem erfreut über das Signal der Einigkeit, das von dem Treffen ausgegangen sei. „Ich kann wirklich sagen, dass wir gemeinsam eine Botschaft der Einheit nach außen senden.“ Es habe sehr viele Erwartungen an den Gipfel gegeben, fügte Macron hinzu und lobte dann die produktive Arbeit und den guten Meinungsaustausch zwischen den Staats- und Regierungschefs.

          Trump hatte die dreitägigen Verhandlungen schon zuvor als sehr gut gelobt und zudem auf bilaterale Fortschritte etwa beim amerikanisch-japanischen Handelsabkommen oder im Digitalsteuer-Streit mit Frankreich hingewiesen. Die erwartete öffentliche Auseinandersetzung mit Trump oder dem britischen Premierminister Boris Johnson fand an der französischen Atlantikküste nicht statt.

          „Das Traumteam der G 7 ist die G 7“, sagte Kanzlerin Angela Merkel auf die Frage, ob vor allem Trump und Gastgeber Emmanuel Macron tonangebend gewesen seien. Überraschend einigten sich die Staatschef zum Ende sogar noch auf eine gemeinsame Abschlusserklärung – wenn auch nur eine kurze: Das Papier sei nur eine Seite lange. Wegen der großen Differenzen mit Trump hatte Gastgeber Macron ursprünglich gar kein Abschlusskommuniqué angestrebt – es wäre das erste Mal in der Geschichte der G-7-Gipfel gewesen. 

          Merkel: Europäer haben Geschlossenheit bewiesen

          Fortschritte gab es laut Merkel vor allem in der Iran-Politik. Frankreichs Präsident Macron verwies zudem auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Waldbrände im Amazonas-Gebiet. Zudem stellten beide Länder eine neue Initiative vor, mit der die fünf Sahel-Länder besser für den Kampf gegen Islamisten ausgerüstet werden sollen.

          Die Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan hatten in Biarritz seit Samstag über außen- und wirtschaftspolitische Fragen gesprochen. „Die Europäer haben große Geschlossenheit bewiesen“, sagte Merkel am Montag. Zuvor war befürchtet worden, dass der britische Premierminister Johnson zusammen mit Trump EU-Positionen infrage stellen könnte. Sowohl in der Handels- und Klima- als auch der Iran-Politik habe sich Johnson in den Debatten aber klar an die Seite der EU-Partner gestellt, hieß es.

          Weitere Themen

          „Wie Rom ohne Vatikan“

          Abschied von Merkel : „Wie Rom ohne Vatikan“

          Angela Merkel verlässt nach 16 Jahren die europäische Bühne. Bei ihrem letzten EU-Gipfeltreffen bekommt sie warme Worte, stehenden Applaus – und ein seltsames Geschenk. Sie selbst gab sich so nüchtern wie immer.

          Topmeldungen

          Abschied von Merkel : „Wie Rom ohne Vatikan“

          Angela Merkel verlässt nach 16 Jahren die europäische Bühne. Bei ihrem letzten EU-Gipfeltreffen bekommt sie warme Worte, stehenden Applaus – und ein seltsames Geschenk. Sie selbst gab sich so nüchtern wie immer.
          Der Schauplatz, südlich von Santa Fe in New Mexico

          Tod bei Dreharbeiten : Schuss und Gegenschuss

          Bei den Dreharbeiten zu einem Western feuert der Schauspieler Alec Baldwin eine Platzpatrone ab – und die Kamerafrau stirbt. Ist das möglich?
          An ihm hielt der Springer-Konzern lange fest: Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt

          Der Fall Julian Reichelt : Springer verschickte Drohschreiben

          Im Zuge des internen Compliance-Verfahrens gegen Julian Reichelt hat der Springer-Konzern Drohschreiben verschickt. Ein Justiziar warf dem Anwalt einer der betroffenen Frauen vor, ihr Aussage-Protokoll an die Medien durchgestochen zu haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.