https://www.faz.net/-gpf-9h5ts

Regierungsflugzeug defekt : Gipfel startet ohne Krisenmanagerin Merkel

  • Aktualisiert am

Die Kanzlerin geht von Bord: Angela Merkel am Donnerstagabend auf dem Flughafen Köln-Bonn Bild: dpa

Vom Fall Khashoggi über den Handelsstreit bis zur Ukraine-Krise wollen die Teilnehmer des G-20-Gipfels beraten. Kanzlerin Merkel verpasst jedoch den ersten Tag und muss hoffen, dass sie wichtige Termine nachholen kann.

          Vorerst ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel beginnt an diesem Freitag in Buenos Aires der G-20-Gipfel, der von Handelsstreitigkeiten, dem Ukraine-Konflikt und der Khashoggi-Affäre überschattet wird. Nach einer Panne mit ihrem Regierungsflugzeug steckte die Kanzlerin über Nacht in Köln fest.

          Nach einer Weile war klar, dass es für die deutsche G-20-Delegation nicht weitergehen würde. Der „Spiegel“ berichtete, eine Stunde nach dem Start sei bei dem A340 der Luftwaffe das komplette Kommunikationssystem mit dem Boden ausgefallen. Nur mit einem Satellitentelefon an Bord sei es der Crew gelungen, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen in Köln-Bonn zu planen. Nach einer Nacht in Bonn sollen Merkel und Scholz am Freitag mit einem Linienflug von Madrid nach Buenos Aires fliegen, wie es aus Regierungskreisen hieß. Doch damit verpasst sie den ersten Gipfeltag.

          Merkel wird dann auch nur noch von Finanzminister Olaf Scholz und einem sehr kleinen Teil der Delegation begleitet. Durch die eintägige Verspätung sind auch die am Freitag geplanten Gesprächstermine mit Amerikas Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vorerst geplatzt.

          Amerikas Präsident traf am Donnerstagabend zusammen mit seiner Frau Melania am Ezeiza-Flughafen in Buenos Aires ein. Dort wurden beide von Argentiniens Außenminister Jorge Faurie und Vize-Regierungschef Emilio Monzo begrüßt. „Wir werden sehr produktiv sein“, schrieb Trump nach seine Ankunft im Kurzbotschaftendienst Twitter.

          Wichtigster Vertreter der Bundesregierung in Buenos Aires bis zum Eintreffen Merkels ist ihr wirtschafts- und finanzpolitischer Berater Lars-Hendrik Röller. Merkels „Sherpa“ verhandelt seit Jahren vor und während internationaler Gipfel mit seinen Kollegen aus den anderen Ländern die Gipfelerklärungen. Dafür war Röller schon vorab nach Buenos Aires gereist.

          Aus Anlass des Treffens der Staats- und Regierungschefs der großen Wirtschaftsmächte (G-20) ist in der argentinischen Hauptstadt am Freitag eine große Demonstration angekündigt. Organisatoren rechnen mit Zehntausenden Teilnehmern. Doch wurden Busse mit Demonstranten daran gehindert, in die Stadt zu fahren. Rund 25.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert, um den Gipfel zu schützen.

          Beim zehnten G-20-Gipfel auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs gibt es soviel Zündstoff wie selten. Das sind die Themen:

          ♦ Ukraine-Konflikt: Weil Russland drei Marine-Schiffe und Seeleute der Ukraine festhält, hat Amerikas Präsident Trump ein geplantes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin kurzfristig abgesagt. Damit kommt es umso mehr auf Kanzlerin Merkel an, die am Samstag mit Putin zu einem Arbeitsfrühstück zusammenkommen soll. Die russische Küstenwache hatte den Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch verweigert. Die Gewässer sind seit der Annexion der Krim durch Russland zwischen beiden Staaten umstritten. Die ukrainischen Schiffe wurden in russische Gewalt genommen. Es fielen Schüsse. 24 Matrosen wurden festgesetzt.

          Weitere Themen

          Donald Trumps bilateraler Gipfel

          G-7-Treffen : Donald Trumps bilateraler Gipfel

          Beim bevorstehenden G-7-Treffen im französischen Biarritz hat Donald Trump viele bilaterale Gespräche geplant. Während Angela Merkel und Emmanuel Macron mit gewohnter Kritik rechnen können, will sich Trump Indien als Schlichter im Kaschmir-Konflikt anbieten.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?
          Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen.

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.