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G-8-Gipfel : „Nicht das Ende der Armut in Afrika“

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Greser&Lenz

Die G-8-Staaten haben sich auf ihrem Gipfel in Gleneagles auf zusätzliche Entwicklungshilfe von jährlich 50 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2010 geeinigt, kündigte der britische Premier Blair an. Es handelt sich aber nicht nur um „frisches“ Geld.

          Die G-8-Staaten haben sich auf ihrem Gipfel in Gleneagles auf zusätzliche Entwicklungshilfen in Milliardenhöhe geeinigt. Die Zahlungen sollen bis zum Jahr 2010 um 50 Milliarden Dollar (rund 42 Milliarden Euro) jährlich erhöht werden, sagte der britische Premierminister Tony Blair am Freitag.

          Um die Frage war bis zuletzt heftig gestritten worden. Als weitere Hilfen für die Entwicklungsländer nannte Blair den bereits im Juni beschlossenen Schuldenerlaß in Höhe von zunächst 40 Milliarden Dollar (rund 33,6 Milliarden Euro) für 18 der ärmsten Länder der Welt sowie die Absicht, für einen faireren Welthandel zu sorgen.

          Nicht nur „frisches Geld“

          In die 50 Milliarden Dollar sind teilweise auch schon beschlossene Programme sowie Schuldenerlasse eingerechnet. Es handelt sich also nicht vollständig um frisches Geld. Laut Abschlußdokument des G8 kommen Afrika bis zum Jahr 2010 jährlich 25 Milliarden Dollar zusätzlich zugute.

          Blair: Mehr Hilfe für Afrika

          Im Gegenzug verpflichten sich die Empfängerländer zu guter Regierungsführung und verstärktem Bemühen um Demokratie. „Das ist nicht das Ende der Armut in Afrika, aber die Hoffnung darauf, daß sie eines Tages enden wird“, sagte Blair.

          Blair: Eine Zeichen der Hoffnung gegen den Terrorismus

          Der G8-Gipfel hat nach Ansicht von Blair dem Terrorismus damit ein Zeichen der Hoffnung entgegengesetzt. Blair erklärte, die Anschläge der Terroristen von London seien darauf gerichtet, jede Form von konventioneller Politik „in die Dunkelheit“ zu werfen.

          „Es gibt keine Hoffnung im Terrorismus auf eine Zukunft, in der es lohnt zu leben“, sagte er. Die G-8 setzten dem einen Kontrapunkt entgegen. „Wir bieten heute diesen Kontrast an gegen die Politik des Terrors.“ Und das sei kein Ende der Bemühungen, es sei der Anfang. „Das ist ein Zeichen der Hoffnung, das den Schatten des Terrors verscheuchen und den Weg in eine bessere Zukunft eröffnen kann“, sagte Blair. „Wir glauben an Fortschritt, wahre Demokratie und ehrliche Kooperation zwischen zivilisierten Menschen“, ergänzte er. Er sei überzeugt, daß der Kampf gegen Terror letztlich gewonnen werde.

          „Es ist ein Fortschritt“

          Bei einem Treffen mit den afrikanischen Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel sagte Blair, was die G-8 beschließe, sei zwar nicht alles, was sich viele wünschten. „Aber es ist ein Fortschritt“, sagte er weiter. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo verurteilte die Anschläge von London als sinnlosen, brutalen Terror. Afrika habe gerade diesem Gipfel mit großen Hoffnungen entgegengesehen. Afrika reihe sich ein in die Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus.

          Er bedankte sich für das, was die G-8 an Hilfen für Afrika beschlossen habe. Die G-8 beschloß nach Blairs Worten zudem am Donnerstag abend ein substantielles Hilfspaket für Palästina, dessen Umfang bis zu drei Milliarden Dollar in den kommenden Jahren erreichen könne. Damit solle der Friedensprozeß in Nahost flankiert werden.

          Außerdem habe die G-8 sich auf ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz verständigt, der unter anderem den Beginn eines Dialogs auf diesem Gebiet mit den großen Schwellenländern vorsehe. Der G-8-Gipfel ging am Nachmittag mit Erklärungen der Beteiligten und der Veröffentlichung gemeinsamer Erklärungen zu Ende.

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