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Proteste gegen G-7-Gipfel : „Eure Profite führen zu unseren Krebserkrankungen“

Seit Mitte der Woche wird in der Stadt Hendaye an der französisch-spanischen Grenze ein „Gegengipfel“ anlässlich des G-7-Gipfels in Biarritz organisiert. Bild: Reuters

Zu Krawallen ist es in Biarritz bislang nicht gekommen, eine große Demonstration von Gipfelgegnern verlief am Samstag friedlich. Das könnte auch daran liegen, dass die französische Polizei besonders strikt gegen mutmaßliche Randalierer vorgeht.

          Krawalle und gewalttätige Auseinandersetzungen sind beim G-7-Gipfel in Biarritz bislang vermieden worden – vielleicht, weil die französische Polizei besonders strikt gegen mutmaßliche Randalierer vorgeht. Drei junge Deutsche im Alter von 22, 22 und 18 Jahren wurden an der Autobahnmautstelle von Biarritz festgenommen, nachdem die Polizei bei einer Routinedurchsuchung in ihrem Kofferraum ein halbes Dutzend Sturmmasken, Tränengasspray und Rollgabelschlüssel sowie Aufkleber mit linksextremen Sprüchen fand.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der Fahrer war der deutschen Polizei bekannt, weil er sich während des G-20-Gipfels Anfang Juli 2017 in Hamburg an den gewalttätigen Ausschreitungen beteiligt hatte. Keiner der drei jungen Erwachsenen war jedoch in Deutschland strafrechtlich belangt worden. Sie behaupteten gegenüber den französischen Polizisten, sie wollten in Spanien campen.

          Das Strafgericht in Bayonne bei Biarritz verurteilte die drei Deutschen am Freitagabend im Eilverfahren zu Bewährungsstrafen von zwei bis drei Monaten Haft. Schon zuvor waren Aufenthaltsverbote gegen junge Deutsche ausgesprochen worden, die im Verdacht standen, beim Gegengipfel in Hendaye randalieren zu wollen.

          Boris Johnson, Angela Merkel, Justin Trudeau und Emmanuel Macron: Sie alle stehen für das, wogegen die Demonstranten zum G-7-Gipfel protestieren. Bilderstrecke

          9000 Demonstranten zogen nach Angaben der Präfektur am Samstag friedlich vom Hafen von Hendaye bis Irun auf der spanischen Seite, um gegen den G-7-Gipfel zu protestieren. Die Veranstalter sprachen von 15.000 Demonstranten. Sie verlangen eine „andere Weltordnung“. Unter ihnen waren viele Anhänger der baskischen Autonomiebewegung, die für größere Autonomierechte im französischen Teil des Baskenlandes eintreten.

          Die Polizei war in der Nacht zum Samstag in ein Zeltlager der Globalisierungsgegner eingedrungen, um mutmaßliche Mitglieder des „black bloc“ („Schwarzer Block“) festzunehmen, die als Unruhestifter gefürchtet werden. Dabei kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. 17 Personen wurden festgenommen.

          Demonstranten hatten zuvor eine Produktionsstätte des deutschen Unternehmens Bayer-Monsanto in Peyrehorade nahe Biarritz blockiert. Auf Spruchbändern stand: „Eure Profite führen zu unseren Krebserkrankungen.“

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