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G 20 in Rom : Ernüchterndes Gipfeltreffen

  • -Aktualisiert am

Staats- und Regierungschefs aus den G20-Staaten in Rom vor dem Trevi-Brunnen Bild: dpa

Ein beschämendes Nord-Süd-Gefälle bei Corona-Impfstoffen und alte Konflikte beim Klimaschutz: Der G-20-Gipfel bringt nur wenige Fortschritte.

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          Die Welt hat keine Regierung, sie zerfällt in etwa 200 Staaten. Das war schon immer ein Hindernis, wenn es um die Lösung von Problemen geht, welche die gesamte Menschheit betreffen. Früher gaben meist die Vereinigten Staaten und Europa die Richtung vor, aber im 21. Jahrhundert haben sich die globalen Machtverhältnisse verändert.

          Heute geht es um die Corona-Pandemie und den Klimawandel, da braucht es für wirkungsvolle Übereinkünfte mehr Länder aus anderen Regionen. Die Gruppe der 20 größten Wirtschaftsnationen ist ein Zusammenschluss, dem da seit einiger Zeit zu Recht mehr Bedeutung zukommt.

          Ihr Gipfeltreffen in Rom war eine ehrliche und ernüchternde Bestandsaufnahme, wo die einflussreichsten Staaten bei den beiden aktuellen Großthemen stehen. Bei der Bekämpfung der Pandemie hat sich ein beschämendes Nord-Süd-Gefälle ergeben, an dessen Fortbestand auch die reichen, geimpften Staaten kein Interesse haben können. Wenn in den ärmeren Erdteilen neue Virusvarianten entstehen sollten, gegen welche die bisherigen Vakzine machtlos sind, dann wären auch wir schnell wieder in den Lockdown zurückgeworfen. Die bessere Impfstoffverteilung, die in Rom versprochen wurde, sollte nun aber auch wirklich in die Tat umgesetzt werden.

          Große CO2-Emittenten sind zögerlich

          Beim Klimaschutz gab es nur wenige Fortschritte wie die Vereinbarungen, keine Kohlekraftwerke mehr zu finanzieren und die Klimaneutralität früher zu erreichen. Es traten wieder die alten Konfliktlinien auf, die auch die Weltklimakonferenz in Glasgow in den nächsten Tagen beschäftigen werden: Große CO2-Emittenten wie China oder Indien sind zögerlich mit Reduktionszielen; auch Bidens Klimaagenda ist noch nicht durch den Kongress.

          In Deutschland, wo die Dekarbonisierung der Industrie besonders herausfordernd ist, wird oft ausgeblendet, dass wir das Weltklima nicht allein retten können. Eine kluge Politik wird nicht nur auf die internationale Klimadiplomatie setzen, sondern ebenso auf die Anpassung unserer Lebensweise an steigende Temperaturen. Auch das ist eine Jahrhundertaufgabe.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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