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Kommentar zum G-20-Gipfel : Besser als nichts

Der G-20-Gipfel endete in Buenos Aires mit einem Kompromiss. Bild: AFP

Die Abschlusserklärung der G20 ist kein großer Durchbruch, und viele Fragen sind offen. Doch wenigstens bleibt die große Konfrontation zwischen Amerika und China aus – vorerst jedenfalls, für neunzig Tage.

          Wenn sich die Repräsentanten westlicher Demokratien, asiatischer Diktaturen und autoritär geführter Staaten treffen, wenn auch in westlichen Regierungszentralen der Nationalismus Einzug hält, dann muss man über jeden Kompromiss froh sei, der erzielt wird. Dann wird es schon als Erfolg gewertet, dass die Teilnehmer sich überhaupt auf eine Abschlusserklärung einigen; das war ja in diesem Jahr bei anderen großen Zusammenkünften nicht immer der Fall war.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Genau so, verhalten positiv, aber die Schwierigkeiten nicht verschweigend, haben sich nach Abschluss des G-20-Treffens in Buenos Aires auch der argentinische Präsident Macri, der Gastgeber, und Bundeskanzlerin Merkel geäußert. Für sie ist ein Minimalkompromiss – von Handel bis zum Klima – noch immer besser, als dass die Teilnehmer im offenen Streit auseinander gingen, selbst wenn in der Sache das, was vereinbart worden ist, nur schwer und nur mit größter Mühe als Fortschritt zu preisen ist. Das kann man so sehen, das muss man in diesen Tagen vielleicht auch so sehen.

          Denn in einer Zeit großer internationaler Machtverschiebungen und der Bedrohung liberaler Ordnung hat der Multilateralismus einen schweren Stand; zumal auch die westliche Vormacht, die Vereinigten Staaten, mittlerweile zu den Verächtern dieser Form internationaler Zusammenarbeit gehören. Aber deswegen darf man nicht nachlassen, dafür zu werben. Deswegen ist die Bundeskanzlerin für ein paar Stunden für Beratungen im großen und zur Konfliktentschärfung im kleinen Kreis um die halbe Welt geflogen.

          Aber es bleibt auch richtig: Der Ausgleich der Interessen von etablierten Mächten und starken Aufsteigern, ob die nun politisch gut oder weniger gut beleumundet sind, wird immer schwieriger. Die sogenannten globalen Fragen, wie dringlich die auch sind, werden von den meisten wieder allein durch die nationale Brille gesehen. So ist es nun mal. Das ist die Kehrseite der multipolaren Welt: Wo keiner wirklich den Ton angibt, da sind viele Kapellmeister zugange. Aber auch das gehört zu einer realistischen Weltsicht.

          Und deshalb muss man auch froh sein, dass nach einem Treffen der Präsidenten Trump und Xi Jinping der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt erst einmal nicht weiter eskaliert. Die Weltwirtschaft ist in keiner Verfassung, dass sie eine solche Eskalation locker wegstecken könnte. Und auch politisch muss man erleichtert sein, dass Amerika und China nicht weiter auf Zusammenstoß setzen wollen. Vorerst jedenfalls, für neunzig Tage. Denn die große Konfrontation, die über Vorherrschaft und Regelsetzung im 21. Jahrhundert, die ist vom Spielplan der Weltpolitik nicht abgesetzt.        

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