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Fußball-Weltmeisterschaft : Wieder Straßenschlachten in Brasilien

  • Aktualisiert am

Brasilianische Polizisten bei einer Demonstration am Donnerstag Bild: dpa

Die Situation im WM-Gastgeberland bleibt angespannt. Demonstranten haben abermals für bessere Lebensbedingungen protestiert und kämpften gegen Sicherheitskräfte. Bundesinnenminister de Maiziere sieht jedoch keine Gefahr für deutsche Fans.

          Knapp vier Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist es im Gastgeberland Brasilien abermals zu Zusammenstößen zwischen
          Demonstranten und der Polizei gekommen. In São Paulo setzten die Sicherheitskräfte am Freitag Tränengas und Blendgranaten gegen rund 50 Demonstranten ein, die Medienberichten zufolge im Stadtteil Guarulhos für bessere Lebensbedingungen demonstrierten. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten die Demonstranten die Beamten mit Feuerwerkskörpern beworfen und mehrere Fahrzeuge beschädigt. Verletzt wurde demnach aber niemand.

          In São Paulo findet am 12. Juni das Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien statt. Am Donnerstag hatten in der Wirtschaftsmetropole rund 6000 Mitglieder
          der Gewerkschaft obdachloser Arbeiter demonstriert und Barrikaden aus Autoreifen in Brand gesetzt. Landesweit gingen rund 10.000 Menschen auf die Straße.

          Geld für Fußball, aber nicht für Soziales

          Brasilien wird seit Mitte vergangenen Jahres von sozialen Protesten erschüttert, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden
          Olympischen Spiele kritisiert werden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte wie die WM zu stecken und wichtige andere Aufgaben zu vernachlässigen.

          Innenminister Thomas de Maiziere hält die Gefährdung deutscher Fans bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien für gering. Zwar handele es sich bei Brasilien um ein Land mit einer hohen Kriminalitätsrate, sagte der
          Minister, der auch für Sport zuständig ist, im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Brasilien tue aber alles für die Sicherheit von Spielern und Fans. Er sei sich sicher, dass deutsche Fans, die sich höflich und fußballbegeistert zeigten, sehr warmherzig von den Brasilianern aufgenommen würden. Zur Unterstützung der Kräfte vor Ort werde Deutschland „eine gute Hand voll“ Polizisten entsenden.

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