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WM und Proteste in Iran : Nur eine traurige Nebensache

Scharf kontrolliert: Iranische Fans vor dem WM-Spiel Wales gegen Iran am Freitag im Ahmad Bin Ali Stadium in Al-Rayyan Bild: Reuters

Viele regimekritische Iraner glauben nicht, dass ihnen die Fußballnationalmannschaft bei der WM in Qatar helfen kann. Sie bezichtigen das Gastgeberland der Kollaboration mit dem Regime in Teheran.

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          Fünfzehn Minuten vor Anpfiff wird je­des Transparent an der Sicherheitskon­trolle am Ahmed-bin-Ali-Stadion in der qatarischen Stadt Al-Rayyan genau ge­prüft. Zwei Fans falten eine riesige bunte Plane zusammen, die anderswo inspiziert wird. Daneben umringen vier Uniformierte etwas unschlüssig einen iranischen Fan, der so kurz vor Beginn des Spiels gegen Wales wenig Verständnis für die Prozedur hat. Er rollt erst mit den Augen, dann rollt er das Transparent zu­sammen und erwidert auf die Frage nach dem Inhalt: „Grüße an meine Familie in Teheran.“

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Nach dem Spiel berichten Frauenrechtsaktivisten, sie seien für Stunden festgesetzt worden, weil sie T-Shirts trugen, auf denen die Worte „Women Life Freedom“ prangten, und sie sich weigerten, die auszuziehen. Beim Spiel Bra­silien gegen Serbien sei das merkwürdigerweise kein Problem gewesen, sagt eine Aktivistin.

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