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Kampf um die Demokratie : Auf der Suche nach einer russischen Solidarność

Aleksej Nawalnyj hat eine Vision: ein freies, gerechteres Russland Bild: dpa

Oppositionsführer Aleksej Nawalnyj kämpft seit Jahren gegen ein autokratisches, von Putin unterdrücktes Russland. Die Erfolge der Solidarność in Polen treiben ihn an – und der Verlust eines politischen Mitstreiters.

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          In den Tagen, die seine letzten werden sollten, warb Boris Nemzow zusammen mit Aleksej Nawalnyj für einen „Antikrisenmarsch“ durch Moskau. Die beiden russischen Oppositionellen verstanden sich – was in diesen Kreisen bemerkenswert ist – gut. So gut, dass sich Nemzow erfolgreich dafür einsetzte, Nawalnyj als Kandidaten seiner Partei für Moskaus Bürgermeisterwahlen 2013 aufzustellen. Am Abend des 27. Februar 2015 töteten tschetschenische Killer Nemzow unterhalb der Kremlmauern mit vier Kugeln in den Rücken. Während der „Antikrisenmarsch“ zum Trauerzug Zehntausender für Nemzow wurde, saß Nawalnyj gerade eine seiner regelmäßigen Arreststrafen ab.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Nemzows Andenken wahrt eine von seiner Tochter Schanna Nemzowa gegründete Stiftung, die gemeinsam mit der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung seit 2016 ein jährliches Forum ausrichtet. Nicht in Russland, das Nemzowa bald nach dem Mord an ihrem Vater verlassen musste – sie arbeitet nun in Bonn für die Deutsche Welle –, sondern in Städten, die in den vergangenen Jahren, die von Stagnation und Präsident Wladimir Putins Feldzug gegen „Verräter“ geprägt waren, Ziele einer neuen russischen Emigration geworden sind. Zweimal fand das Forum in Berlin statt, 2018 in Prag, nun in Warschau.

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