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Hamas-Führer erschossen : Angehörige schwören Israel Rache

  • Aktualisiert am

Mitglieder der Kassam-Brigade, des militärischen Flügels der im Gazastreifen herrschenden Hamas, tragen in Gaza-Stadt den Leichnam von Masen Fukaha bei dessen Beerdigung. Bild: dpa

Ein führender Hamas-Vertreter ist im Gazastreifen erschossen worden. Auf der Beerdigung drohen Hamas-Funktionäre und die Witwe des Getöteten Israel mit Vergeltung.

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          Nach der Ermordung eines führenden Vertreters der radikalislamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen haben tausende Anhänger Vergeltung gefordert. „Rache, Rache!“, riefen die Teilnehmer der Beerdigungsprozession für Masen Fakha am Samstag in dem palästinensischen Küstenstreifen. Verschiedene Hamas-Vertreter machten Israel für den Tod Fakhas verantwortlich. Die Hamas schloss den einzigen Übergang nach Israel – offenbar in dem Bemühen, den Täter ausfindig zu machen.

          Der 38 Jahre alte  Fakha wurde am Freitag im Gazastreifen erschossen. Der Überfall erfolgte nach Angaben der Innenbehörde des Küstengebiets im Stadtviertel Tell al-Hawa in Gaza-Stadt. Dabei wurden den ersten Ermittlungen zufolge aus einer Pistole mit Schalldämpfer vier Schüsse abgefeuert.

          Führende Figur bei der Hamas

          Fakha war in der Vergangenheit eine Führungsfigur der Hamas im Westjordanland. Israelischen Medienberichten zufolge war er dort für die Essedin-al-Kassam-Brigaden zuständig, den bewaffneten Arm der Hamas. Fakha wurde später in Israel wegen Selbstmordattentaten während der Zweiten Intifada inhaftiert, bei denen rund 1000 Israelis getötet worden waren.

          2011 wurde Fakha von Israel freigelassen. Damals tauschte Israel rund tausend palästinensische Gefangene gegen den Soldaten Gilad Schalit aus, der von der Hamas fünf Jahre lang festgehalten worden war. Nach dem Gefangenenaustausch wurde Fakha in den Gazastreifen gebracht.

          Der von der Hamas bestimmte Generalstaatsanwalt Ismail Dschaber machte Israel für den Tod Fakhas verantwortlich. „Dieses Attentat trägt die deutliche Handschrift des Mossad“, sagte Dschaber mit Blick auf den israelischen Auslandsgeheimdienst.

          Der bisherige Hamas-Chef im Gazastreifen, Ismail Hanija, und sein Nachfolger Jahia Sinwar führten den Beerdigungszug an. Sinwars Stellvertreter Chalil al-Haja kündigte Vergeltung an. Fakhas Witwe Nahed Assida rief die Palästinenser zu einer „Antwort auf den Mord“ auf. „Der Preis für das Blut meines Mannes ist euch überlassen“, sagte sie bei einer Konferenz in Gaza-Stadt.

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