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Früherer Sicherheitsberater : Flynn will zu Russland-Kontakten aussagen

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Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, Michael Flynn, vor einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau und Donald Trump im Februar. Bild: Reuters

Donald Trumps geschasster Sicherheitsberater will sich vor den Geheimdienstausschüssen über die Russlandverbindungen von Trumps Team befragen lassen – wenn ihm Immunität gewährt wird. Wird es für Trump jetzt gefährlich?

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          Der frühere Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, Michael Flynn, ist zu einer Aussage über angebliche Verbindungen von Gefolgsleuten Donald Trumps mit der russischen Regierung bereit. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ verlangt er für sein Erscheinen vor den Geheimdienstausschüssen des Kongresses Immunität, also einen garantierten Schutz vor Strafverfolgung. Sein Anwalt Robert Kelner deutete an, dass dies zutrifft.

          Flynn habe „eine Geschichte zu erzählen, und er will sie sehr gern erzählen, sofern es die Umstände erlauben“, sagte Kelner am Donnerstag. „Kein vernünftiger Mensch, der rechtlich beraten wird, würde sich in einem solch stark politisierten Hexenjagd-Umfeld befragen lassen ohne eine Absicherung gegen unfaire Strafverfolgung“, ergänzte er.

          Bericht: Flynns Bitte „rechtlich gewagt“

          Eine Reaktion auf Flynns Bitte um Immunität habe es bislang nicht gegeben, berichtete die Zeitung in ihrer Internetausgabe weiter. Es sei „nicht klar“, über was genau Flynn reden wolle, zitierte die Zeitung eine ihrer Quellen; die Bitte des früheren Generals um Immunität sei aber „rechtlich gewagt“.

          Flynn musste nach nur dreieinhalb Wochen im Februar von seinem Posten als Sicherheitsberater im Weißen Haus zurücktreten. Es war herausgekommen, dass er vor Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über die von Amerika gegen das Land verhängten Sanktionen gesprochen hatte. Diesen Gesprächsinhalt hatte Flynn verschwiegen. Entlarvt wurden seine Falschangaben durch Mitschnitte des FBI, das routinemäßig den Botschafter abhört.

          Ende Januar war Flynn (neben ihm Trumps Chefberater Steven Bannon) noch im Oval Office dabei, als Donald Trump sein legendäres Gespräch mit dem australischen Premierminister Turnbull führte, wenige Wochen später trat er zurück
          Ende Januar war Flynn (neben ihm Trumps Chefberater Steven Bannon) noch im Oval Office dabei, als Donald Trump sein legendäres Gespräch mit dem australischen Premierminister Turnbull führte, wenige Wochen später trat er zurück : Bild: dpa

          Der 58 Jahre alte Flynn stand schon zuvor wegen seiner engen Russland-Kontakte im Zwielicht. Er trat im staatsfinanzierten russischen Sender RT auf und saß bei einem Galadiner in Moskau neben Präsident Wladimir Putin. Die Teilnahme an der Gala ließ er sich fürstlich mit 33.000 Dollar bezahlen, wie Mitte März herauskam.

          Washington : Trumps Sicherheitsberater tritt zurück

          Dem Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau gehen die Geheimdienstausschüsse von Repräsentantenhaus und Senat nach. Auch das FBI ermittelt deswegen. Untersucht wird auch die Rolle von Trumps früherem Wahlkampfmanager Paul Manafort, dem Kontakte nach Russland und in die Ukraine nachgesagt werden.

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