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Tod in Washington : Früherer Putin-Berater gewaltsam gestorben

Doch kein Herzinfarkt? Das Gutachten des Gerichtsmediziners geht von einer Gewalttat gegen den früheren Putin-Berater Michail Lessin aus, berichtet die Zeitung „Washington Post“ Bild: dpa

Der im November in Washington tot aufgefundene frühere Putin-Berater Michail Lessin ist womöglich doch nicht an einem Herzinfarkt gestorben. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten schürt Zweifel an dieser Interpretation.

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          Michail Lessin, ein früherer russischer Presseminister und Medienberater von Präsident Wladimir Putin, ist im November in den Vereinigten Staaten als Folge „stumpfer Gewalteinwirkung am Kopf“ gestorben. Das berichteten amerikanische Medien unter Berufung auf die Gerichtsmedizin der Hauptstadt Washington. Lessin war dort Anfang November vorigen Jahres in einem Hotel tot aufgefunden worden; russische Medien hatten Familienangehörige mit der Aussage zitiert, er sei einem Herzinfarkt erlegen.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Nun hieß es weiter, Lessin habe auch Verletzungen an Hals, Oberkörper, Armen und Beinen erlitten. Es hieß, die Ermittlungen dauerten an, ein Verbrechen werde nicht ausgeschlossen. Das russische Außenministerium beschwerte sich, nicht über den Fortgang der Ermittlungen informiert zu werden.

          Lessin war maßgeblich daran beteiligt, das Fernsehen in den Dienst des Kremls zu stellen und initiierte die Gründung des Auslandssenders RT. Im Januar 2015 zog er sich angeblich aus familiären Gründen von seinem letzten Posten als Vorsitzender von Gasprom-Media zurück. Es wurde darüber spekuliert, dass er in Washington war, um Gespräche mit Sicherheitsbehörden zu führen.

          Lessin soll in Kalifornien Immobilien im Wert von 28 Millionen Euro besessen haben, sein Sohn und seine Tochter leben in den Vereinigten Staaten. Ein amerikanischer Senator hatte gefordert, gegen Lessin wegen Geldwäsche und Korruption zu ermitteln.

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