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Can Dündar : Früherer Cumhuriyet-Chef seit Erdogan-Besuch unter Polizeischutz

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Der regierungskritische türkische Journalist Can Dündar in Berlin Bild: AFP

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in Berlin mit Nachdruck die Auslieferung des regierungskritischen Journalisten Can Dündar gefordert. Dieser braucht bei öffentlichen Auftritten nun die Unterstützung der Polizei.

          Die Gefährdungslage für den regierungskritischen türkischen Journalisten Can Dündar hat sich laut einem Bericht des Senders RBB seit dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin deutlich verschärft. Er lebe seitdem unter Polizeischutz, sagte Dündar am Mittwoch im Inforadio des Senders: „Wenn ich in der Öffentlichkeit auftreten soll, dann trifft die deutsche Polizei die nötigen Maßnahmen. Sie tun alles, damit ich mich sicher fühle. Darüber hinaus kann man sich gegen so einen großen Hass nirgendwo auf dieser Welt richtig wehren.“

          Erdogan hatte während seines Deutschland-Besuchs den ehemaligen Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet abermals als Spion bezeichnet und seine Auslieferung gefordert. In Abwesenheit ist Dündar 2016 in der Türkei zu fünf Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden. An diesem Mittwoch geht gegen ihn in Istanbul der Prozess in einem weiteren Verfahren weiter.

          Im Inforadio des RBB übte Dündar erneut scharfe Kritik an der Situation in der Türkei. Journalisten würden dort immer noch bedroht und verfolgt: „Es gibt eine Grausamkeit gegen die Journalisten in der Türkei. Ich kenne diese Tradition: Wenn Du mit einem Journalist nicht fertig werden kannst, dann töte ihn. Deshalb kann niemand sagen, dass regierungskritische Journalisten in der Türkei sicher leben.“

          Erdogan hatte bei seinem Besuch in Berlin eine Liste mit den Namen von 69 Gesuchten übergeben, darunter mutmaßliche Beteiligte an dem Putschversuch von Juli 2016 sowie Dündar. Dies hatte in Deutschland für Empörung gesorgt.

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