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Rücktritt von Theresa May : Früherer Brexit-Minister will Regierungschef werden

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Ein Polizist bewacht den Amtssitz der Premierministerin Bild: AP

Bereits sieben Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Theresa May. Auch der frühere Brexit-Minister Dominic Raab traut sich das Amt zu.

          Nach der Rücktrittsankündigung der britischen Premierministerin Theresa May werfen immer mehr Kandidaten ihren Hut für die Nachfolge in den Ring. Der ehemalige Brexit-Minister Dominic Raab gab in einem Artikel für die Zeitung „Mail on Sunday“ bekannt, sich um das Amt des Regierungschefs in London bewerben zu wollen. Als ehemaliger Brexit-Minister verfüge er über die notwendige Erfahrung für die Position. Raab war vor einem Jahr als Brexit-Minister zurückgetreten – aus Protest gegen den Entwurf eines Brexit-Vertrags. Der Inhaber des Schwarzen Gürtels in Karate ist für den EU-Austritt seines Landes.

          Neben dem 45-Jährigen gibt es noch sechs weitere Kandidaten, die in das Rennen um die May-Nachfolge eingestiegen sind. Zuvor hatten bereits Ex-Außenminister Boris Johnson, der als Favorit gilt, der amtierende Außenminister Jeremy Hunt, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, Ex-Arbeitsministerin Esther McVey sowie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock ihre Kandidatur bekanntgegeben. Auch die vor wenigen Tagen als Beauftragte für Parlamentsangelegenheiten zurückgetretene Andrea Leadsom will May als Premierministerin beerben. Das berichteten britische Medien unter Berufung auf eine Bestätigung von Leadsom.

          Johnson schließt Brexit ohne Abkommen nicht aus

          May hatte am Freitag ihren Rücktritt angekündigt, nachdem sie mit dem Versuch scheiterte, ihren mit der EU-ausgehandelten Brexit-Vertrag durch das Parlament zu bringen. Den Parteivorsitz will May am 7. Juni abgeben. Bis zur Klärung der Nachfolge will sie als Premierministerin im Amt bleiben. Die oppositionelle Labour-Partei forderte umgehend Neuwahlen. Ihr finanzpolitischer Sprecher John McDonnell bekräftigte am Samstag, dass seine Partei ein Misstrauensvotum gegen die Regierung anstreben werde, sollte es gute Aussichten auf einen Erfolg geben.

          Die bisherigen Kandidaten für das Premierministeramt unterscheiden sich bei der Frage, ob sie einen EU-Austritt ohne Abkommen mit der EU hinnehmen würden. Ex-Außenminister Johnson sagte dazu: „Wir werden die EU am 31. Oktober verlassen, mit einem Deal oder ohne.“ Er fügte hinzu: „Der beste Weg, zu einem guten Deal zu kommen, ist es, sich auf einen No-Deal vorzubereiten.“

          Ein Brexit ohne Austrittsabkommen mit der EU sei „keine politisch mögliche Wahl für den nächsten Regierungschef“, sagte dagegen Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Er kündigte auf Twitter an, beim Brexit „liefern“ zu wollen. Dann müsse das Land auch bei anderen Dingen „vorankommen“ und sich eine „strahlende Zukunft“ aufbauen.

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