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Ungarns Rechte : Abkehr von der radikalen Vergangenheit?

Überwundene Geschichte? „Antizionistische“ Demonstration von Jobbik-Anhängern in Budapest im Mai 2013 Bild: dpa

Jobbik war einmal eine rechtsradikale Partei, deren Provokationen auch außerhalb Ungarns Aufsehen erregten. Jetzt gibt sie sich geläutert und will anstelle von Orbáns Fidesz-Partei in die christlich-demokratische EVP.

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          Nach dem Bruch zwischen der ungarischen Regierungspartei Fidesz und der Europäischen Volkspartei (EVP) arbeitet Ministerpräsident Viktor Orbán an Bündnissen, die rechts der Christlichen Demokraten stehen. Gleichzeitig macht sich in Ungarn ausgerechnet die einst rechtsradikale Partei Jobbik Hoffnungen, in die Familie der europäischen Konservativen aufgenommen zu werden. „Rausschmiss war längst fällig“, twitterte der ungarische Parlamentsvizepräsident Koloman Brenner auf Deutsch nach dem Bruch zwischen Fidesz und der EVP Anfang März.

          Niklas Zimmermann
          (niz.), Politik

          Der F.A.Z. sagt der Jobbik-Politiker: „Wir wollen in die EVP.“ Der 52 Jahre alte Germanist aus der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn ist ein wichtiger Vordenker von Jobbik. Weitgehend aus seiner Feder stammt die neue „Grundsatzerklärung“ der Partei. Sie stellt Jobbik als „Ungarns einzige wahre Volkspartei“ dar, die in der Tradition von Adenauer, De Gasperi und Schuman stehe. Sie seien, wie es heißt, die „ideologischen Vorläufer“ der sich nun proeuropäisch und transatlantisch gebenden Partei.

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