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Frontex : Zahl illegaler Grenzübertritte in EU auf Fünf-Jahres-Tief

  • Aktualisiert am

Die Bundespolizei unterstützt einen Frontex-Einsatz Bild: dpa

Im vergangenen Jahr registrierte Frontex 150.000 illegale Grenzübertritte in die EU. Der Wert liegt rund 92 Prozent unter dem der Flüchtlingskrise im Jahr 2015.

          Die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die Europäische Union ist im Jahr 2018 auf 150.000 gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Das teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Freitag in Warschau mit. Der Wert habe um 92 Prozent unter dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gelegen.

          Nach Frontex-Angaben machte sich vor allem bemerkbar, dass im vergangenen Jahr deutlich weniger Migranten versuchten, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen: Mit etwas mehr als 23.000 wurden rund 80 Prozent weniger illegale Grenzübertritte festgestellt als im Jahr 2017. Die Anzahl von Menschen, die sich von Libyen aus auf den Weg nach Italien machten, sank um 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über die zentrale Mittelmeerroute kamen vor allem Tunesier und Eritreer.

          Dagegen verdoppelte sich die Anzahl der Migranten, die über das westliche Mittelmeer Spanien erreichten, auf 57.000. Die meisten Menschen, die hier ankamen, legten in Marokko ab. Unter ihnen waren vor allem Menschen aus Mali, Guinea, Marokko und Algerien.

          Auch über die östliche Mittelmeerroute kamen mehr Migranten als im Jahr davor: 56 000 illegale Grenzübertritte registrierte Frontex hier. Das sei ein Anstieg von rund einem Drittel gegenüber 2017. Verursacht wurde dieser Anstieg der Grenzschutzagentur zufolge vor allem dadurch, dass sie Zahl der Migranten stieg, die auf dem Landweg über die Türkei nach Griechenland die EU erreichten. Über die Ostroute seien auf dem Seeweg vor allem Afghanen, Syrier und Iraker gekommen, auf dem Landweg überwiegend Türken.

          Frontex hat 2018 erstmals Daten über Geschlecht und Alter der Migranten erhoben. Dabei stellte die EU-Behörde fest, dass 18 Prozent von ihnen Frauen sind. Rund 20 Prozent der Migranten gaben an, unter 18 Jahre alt zu sein.

          Migranten versucehn nach Großbritannien zu kommen

          Im Kampf gegen illegale Migration verstärkt Frankreich die Überwachung seiner Häfen und Küstenzonen am Ärmelkanal. Auch die Zusammenarbeit mit Großbritannien werde ausgebaut, teilte Innenminister Christophe Castaner am Freitag in Paris mit. Die Zahl der Migranten, die über Frankreich illegal nach Großbritannien kommen, war zuletzt deutlich gestiegen.

          504 Menschen versuchten im vergangenen Jahr, die Meeresenge mit kleinen Booten zu überqueren, teilte das Innenministerium mit. 228 von ihnen wurden von den französischen Behörden daran gehindert, 276 hätten hingegen britische Gewässer und die britische Küste erreicht. Die Migranten stammten ganz überwiegend aus dem Iran.

          Britischen Medien zufolge werden Migranten von Schleusern unter Druck gesetzt, noch vor dem EU-Austritt Großbritanniens die Überfahrt anzutreten, weil danach die Kontrollen weiter verschärft würden. Großbritannien will am 29. März die EU verlassen.Der Ärmelkanal gehört zu den am stärksten befahrenen Seerouten der Welt. An der schmalsten Stelle ist er keine 40 Kilometer breit.

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