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Frankreich : Front National soll „Rassemblement National“ heißen

Marine Le Pen Bild: Reuters

Aus dem Front National soll die „Rassemblement National“ werden: Vieles spricht dafür, dass die Vorsitzende Marine Le Pen mit dem Namenswechsel auch einen Kurswechsel vollzieht.

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          „Rassemblement National“ (Nationale Sammlungsbewegung) lautet der neue Name für den französischen Front National. Marine Le Pen hat ihn am Sonntag beim Parteitag in Lille verkündet. Im vollen Saal erhielt sie dafür heftigen Beifall. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Parteimitglieder hatte sich zuvor für einen Namenswechsel ausgesprochen.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die FN-Mitglieder sollen aber noch per Briefwahl über den Namenswechsel abstimmen. Le Pen rechnet Medienberichten zufolge damit, dass das Ergebnis frühestens in sechs Wochen feststehen wird.

          Marine Le Pen aber bleibt sich selbst treu. Sie verspricht einen Einwanderungsstopp für Frankreich und kritisiert Emmanuel Macron, der die „Vermarktung“ aller Lebensbereiche vorantreibe. Die 49 Jahre alte Parteichefin, soeben im Amt bestätigt, wähnt die Welt in einem neuen Kulturkampf. Es heiße fortan: die Sesshaften gegen die Nomaden.

          „Ohne Bündnisse kann man nicht siegen“

          Unter Nomaden versteht Le Pen Migranten ebenso wie Steuerflüchtlinge und schlechthin alle, die sich dem Mobilitätsgebot einer globalisierten Marktwirtschaft unterwüfen. Macrons Bewegung „En marche“ sei eine Sammlung der Nomaden, kritisiert Le Pen. Sie aber werde die Sesshaften verteidigen, verspricht sie und behauptet, die Geschichte auf ihrer Seite zu wissen. Bei den Europawahlen im Mai 2019 gehe es bereits darum, den Sieg der Völker zu erringen. Es müsse allen klar sein, dass sie eine „Regierungspartei“ leite. Sie wolle künftig Wahlbündnisse eingehen, „denn ohne Bündnisse kann man nicht siegen“.

          Vieles spricht dafür, dass Marine Le Pen mit dem sogenannten Parteitag der „Neugründung“ einen Kurswechsel vollzieht und zu den Erfolgsrezepten ihres Vaters zurückkehrt. Dazu zählt die permanente Stigmatisierung der Masseneinwanderung als Grund für alle Übel in Frankreich. Auch mit Kritik am „Establishment“ und an der Presse will Le Pen wieder stärker punkten. Sie wirkt  weniger denn je um Salonfähigkeit bemüht, als reiche es fortan, dass sie den langwierigen Trennungsprozess mit ihrem Vater abgeschlossen habe. Mit den neuen  Parteistatuten verliert Jean-Marie Le Pen den letzten verbliebenen Posten. Es  gibt fortan keinen Ehrenpräsidenten mehr. Der Parteiausschluss war bereits 2015 verfügt worden.

          100 Prozent der Abstimmungsberechtigten bestätigten Marine Le Pen unterdessen am Sonntagmorgen im Amt der Parteivorsitzenden. Gegenkandidaten gab es nicht.

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