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Urteil gegen Suu Kyi : Nobelpreisträgerin mit Freiheitsentzug

Ein Bild aus besseren Tagen: Aung San Suu Kyi im Jahr 2012 Bild: AP

Das Militär in Myanmar bereut es, Aung San Suu Kyi einst in die Freiheit entlassen zu haben. Nun muss die Friedensnobelpreisträgerin wieder in Haft. Aus Sicht der Junta ist das die Korrektur eines historischen „Fehlers“.

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          Von der Freiheit für sich und ihr Land, für die sie fast ihr halbes Leben lang gekämpft hat, ist Aung San Suu Kyi derzeit wieder weit entfernt. Ein Richter verurteilte sie am Montag zu vier Jahren Haft. Kurz danach wurde Berichten zufolge im Staatsfernsehen verkündet, dass das Strafmaß auf zwei Jahre verkürzt und sie die Haft an ihrem derzeitigen Aufenthaltsort, also vermutlich in Hausarrest, verbringen werde.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Es ist das erste von möglicherweise einer ganzen Reihe von Urteilen, mit denen die Friedensnobelpreisträgerin nach Ansicht ihrer Unterstützer politisch langfristig aus dem Verkehr gezogen werden soll. Die Vorwürfe reichen von Korruption über Wahlbetrug bis hin zum Besitz unerlaubter Funkgeräte. Die Haft wurde dafür verhängt, dass die 76 Jahre alte frühere Staatsrätin das Volk gegen das Militär aufgewiegelt und gegen die Covid-19-Vorsichtsmaßnahmen verstoßen habe. Beobachter halten es für möglich, dass sie am Ende noch viel höhere Strafen bekommen wird. Von bis zu 104 Jahren Gefängnis ist sogar die Rede.

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