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Nach Krebserkrankung : Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist gestorben

  • Aktualisiert am

Liu Xiaobo im Dezember 2008 Bild: EPA

Er galt als einer der schärfsten Kritiker der Regierung in Peking – jetzt ist der chinesische Dissident Liu Xiaobo tot. Eine medizinische Behandlung im Ausland des im Alter von 61 Jahren Gestorbenen hatte China abgelehnt.

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          Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot. Das teilte die Justizbehörde der Stadt Shenyang, wo der 61-Jährige unter Bewachung im Krankenhaus behandelt wurde, am Donnerstag mit.

          Liu Xiaobo galt als der bekannteste politische Gefangene Chinas und war an Leberkrebs im Endstadium erkrankt. Die Regierung verweigerte ihm und seiner Frau Liu Xia die erhoffte Ausreise, obwohl sich Deutschland, die Vereinigten Staaten und andere Staaten für ihn einsetzten. Während die chinesischen Ärzte ihn für nicht transportfähig erklärten, vertraten die beiden Spezialisten aus Deutschland und Amerika die Ansicht, er könne bei „angemessener“ medizinischer Betreuung reisen.

          Die beiden westlichen Ärzte konnten Liu am Wochenende in Shenyang untersuchen, der 61-Jährige selbst wollte gerne in Deutschland behandelt werden. Seine Freunde und Familie in China berichteten kurz vor seinem Tod von schärferer Überwachung durch den chinesischen Staat. Auch die Sicherheitskräfte um das Krankenhaus seien verstärkt worden.

          Liu war Ende 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er war Initiator der „Charta 08“, in der demokratische Reformen gefordert wurden. 2010 erhielt er den Friedensnobelpreis, den er jedoch nicht entgegennehmen durfte. Todkrank wurde er Ende Juni „auf Bewährung“ aus der Haft entlassen und in die Klinik in Shenyang in der Nordost-Provinz Liaoning gebracht.

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