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Friedensnobelpreis : Gemeinsamer Kampf auf beiden Seiten der Front

Ales Bjalazkij in einem Gerichtssaal im Jahr 2011 Bild: Picture Alliance

Das Nobelkomitee ehrt in diesem Jahr Aktivisten und Organisationen aus Belarus, Russland und der Ukraine. Auch in Kiew wäre die demokratische Entwicklung ohne den Druck der Zivilgesellschaft nicht möglich gewesen.

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          Von den drei diesjährigen Trägern des Friedensnobelpreises ist die Organisation in der einfachsten Situation, deren Mitarbeiter seit sieben Monaten mit der Furcht vor Raketenangriffen von den Territorien der Länder leben müssen, aus denen die anderen vom Nobel-Komitee geehrten leben: das ukrainische „Zentrum für bürgerliche Freiheiten“. Die ukrainischen Bürgerrechtler sind keiner Verfolgung durch den eigenen Staat ausgesetzt, dessen Handeln sie auch in Kriegszeiten kritisch beobachten.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Die beiden anderen Preisträger dagegen werden von übermächtigen Repressionsapparaten bedrängt: Memorial, die älteste, größte und wichtigste russische Menschenrechtsorganisation, ist Ende Dezember vorigen Jahres durch das Oberste Gericht in Moskau verboten worden, arbeitet informell aber teilweise weiter. Der Belarusse Ales Bjalazkij ist seit Juli 2021 ohne Urteil in Haft. Erst vorige Woche ist die Anklage gegen ihn verschärft worden, von „Steuerhinterziehung“ zu „Schmuggel von Bargeld“. Dem 60 Jahre alten Vorsitzenden der 1996 gegründeten Menschenrechtsorganisation „Wjasna“ („Frühling“) drohen dafür zwischen sieben und zehn Jahren Haft.

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