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Frieden in Afghanistan : Auf wessen Kosten?

  • -Aktualisiert am

Außenminister Heiko Maas schüttelt die Hand seines afghanischen Gegenübers Salahuddin Rabbani auf einer Pressekonferenz in Kabul. Bild: AFP

Die Position der Taliban in Afghanistan ist stark. Ob die Aufständischen unter diesen Voraussetzungen bereit sind, Zugeständnisse zu machen, scheint fraglich.

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          Hoffentlich behält Außenminister Heiko Maas recht. In Afghanistan hat er gesagt, die Afghanen würden keine Friedensregelung akzeptieren, die einen Rückschritt in Menschenrechtsfragen und Rechtsstaatlichkeit bringen würde. Was aber folgt daraus?

          Wären die Taliban bereit, Abstriche von ihrer Agenda hinzunehmen, nur um einen Frieden zu erreichen, der dann den Abzug unter anderem der Bundeswehr nach sich zöge? Und wenn ja, wären sie bereit, sich dann daran zu halten? Vom Standpunkt der Aufständischen aus betrachtet, laufen die Dinge ziemlich gut. Angeblich kontrolliert die vom Westen unterstützte Zentralregierung den größeren Teil des Landes nicht mehr. Und von begeisterter Zustimmung zum Einsatz am Hindukusch kann in den Entsendeländern schon lange keine Rede mehr sein.

          Es wäre nicht die erste Friedensregelung, die auf die Betroffenen keine Rücksicht nimmt. Und da Afghanen weder in den Vereinigten Staaten noch in Deutschland wahlberechtigt sind, kann es passieren, dass sie zwar eine Regelung ablehnen, dass diese aber trotzdem geschlossen wird.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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