https://www.faz.net/-gpf-94djn

Fremdenfeindlichkeit : Wieder mehr Angriffe auf Flüchtlinge

  • Aktualisiert am

Eine Frau in einer Flüchtlingsunterkunft in Rheinland-Pfalz Bild: dpa

Die Gewalt gegen Flüchtlinge nimmt in Deutschland wieder zu. Im Durchschnitt kommt es jeden Tag zu mehr als vier Angriffen. Die Linkspartei macht die AfD dafür mitverantwortlich.

          Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat es im dritten Quartal 2017 insgesamt 425 politisch motivierte Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gegeben und damit mehr als im ersten (318) und zweiten Vierteljahr (324). Damit kommt es im Schnitt jeden Tag zu mehr als vier Attacken. 416 der 425 Straftaten sind der Antwort des Innenministeriums zufolge dem Phänomenbereich der politisch motivierten Gewalt aus dem rechten Spektrum (PMK-rechts) zuzuordnen.

          Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linken hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Samstagsausgaben berichten. Damit nimmt die Gewalt gegen Flüchtlinge nach einem Rückgang wieder zu.

          Bei den insgesamt 1067 Übergriffen in den ersten neun Monaten des Jahres seien 230 Menschen verletzt worden. Im gesamten Jahr 2016 seien mehr als 2500 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gezählt worden.

          Die Linke machte die AfD mitverantwortlich für die Übergriffe. „Die von der AfD und anderen rechten Gruppen betriebene Hetze gegen Geflüchtete ist eine reale Bedrohung für diese Menschen“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelkpe, den Funke-Zeitungen.

          Die verbale Hetze gegen Menschen wie zum Beispiel die „Entsorgungsfantasien“ von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland fänden ihren Widerhall in der wieder zunehmenden alltäglichen Gewalt gegen Geflüchtete.

          Gauland hatte im August bei einer Wahlkampfveranstaltung von einer Entsorgung der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden und Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, gesprochen.

          Weitere Themen

          Bernie Sanders will Trump vertreiben Video-Seite öffnen

          Erneute Kandidatur : Bernie Sanders will Trump vertreiben

          Der amerikanische Senator Bernie Sanders will abermals für die Präsidentschaft kandidieren. Der 77-Jährige kündigte seine Bewerbung in einem Radiointerview in seinem Heimatstaat Vermont an.

          Topmeldungen

          Karl Lagerfeld : Der letzte Modeschöpfer

          Karl Lagerfeld, der das Erbe von Coco Chanel neu belebte, ist gestorben. Er war ein ganz anderer Typ als die selbstquälerischen Modekünstler, die sich gerade so mit ihrer Mode ausdrücken können, aber meist nicht mit ihren Worten.
          Bayern in Not: Mané versucht Spektakel

          Champions League im Liveticker : Spektakel ohne Ertrag

          Die Bayern halten gut dagegen in Liverpool, dann werden die Reds dominanter. Zur Pause steht es 0:0 im gefühlten Endspiel, dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Verfolgen Sie die Partie im Liveticker.
          Jean-Claude Juncker (l.) in Stuttgart, im Gespräch mit Günther Oettinger, EU-Komissar für Haushalt und Personal

          Juncker in Baden-Württemberg : Europa als „Angebot an den Rest der Welt“

          EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verschob einen Termin mit der britischen Premierministerin May, um in Stuttgart aufzutreten. Dort warnte er vor einem Kuschelkurs gegenüber Ungarns Regierungschef Orban – und dem Zerfall der EU.
          Der Vapiano-Chef Cornelius Everke während eines Interview am Dienstag in Frankfurt

          Vapiano-Chef : „Wir haben uns verzettelt“

          Miese Geschäftszahlen, Talfahrt an der Börse: Vapiano-Chef Cornelius Everke erwägt auch Filialschließungen, um die Restaurantkette wieder auf Kurs zu bringen. Und nicht nur das.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.