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Frauen an der Klagemauer : Konflikt im Herzen des Judentums

Frauen der „Women of the Wall“ am Sonntag vor der Klagemauer Bild: AP

Erstmals seit Jahren sind die Ultraorthodoxen in Israel nicht an der Koalition beteiligt. Nun will die Regierung die Macht des strenggläubigen Establishments beschneiden – der Widerstand ist groß.

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          Worte der Empörung hallen über die Plaza vor der Klagemauer in Jerusalem. „Ekelhaft!“ – „Traurig!“ Die, die sich da Luft machen, sind orthodoxe Juden, die an diesem Morgen zum Beten gekommen sind. Ihr Zorn gilt einer Gruppe Frauen, die sich ein paar Dutzend Meter weiter versammelt hat – auf der rechten Seite des Platzes, noch einige Dutzend Meter entfernt von dem heiligsten Ort des Judentums.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          Um diese paar Dutzend Meter wird seit Jahren heftig gerungen. Denn die Frauen fordern das Recht ein, direkt an der Klagemauer zu beten – und zwar so, wie in streng orthodoxen Kreisen nur Männer es tun dürfen: mit Gebetsriemen und Schals, Gesängen und Lesungen aus der Tora. Zudem sollen Männer und Frauen zusammen beten können. Unter Israels neuer Regierungskoalition hoffen die Aktivistinnen ihr Anliegen endlich verwirklichen zu können. Auch in anderen religiösen Bereichen könnte die Regierung von Ministerpräsident Naftali Bennett Reformen umsetzen. Das orthodoxe Establishment ist alarmiert und hat Gegenwehr angekündigt. Steht dem Land ein Kulturkampf bevor?

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