https://www.faz.net/-gpf-acp82

Französischer Generalstabschef : Rücktritt aus Angst vor einer Präsidentin Le Pen?

Der französische Präsident Emmanuel Macron und Generalstabschef Francois Lecointre am 14. Juli 2020 bei der traditionellen Militärparade in Paris Bild: AFP

Der französische Generalstabschef geht auf eigenen Wunsch früher als geplant in den Ruhestand. Dahinter steht offenbar die Sorge, Marine Le Pen könnte die Präsidentenwahl gewinnen – und seinen Nachfolger ernennen.

          4 Min.

          Die Sorge, Marine Le Pen könne im nächsten Mai in den Elysée-Palast einziehen, hat die französische Armeeführung erfasst. Anders ist die Entscheidung Generalstabschefs Francois Lecointre nicht zu verstehen, sich ein Jahr früher als geplant aus dem aktiven Dienst zu verabschieden. Der 59 Jahre alte Fünf-Sterne-General hat sein Entlassungsgesuch mit dem Wunsch begründet, dass sein Nachfolger rechtzeitig vor der Präsidentenwahl im Frühjahr 2022 bestimmt werde.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Ich möchte eine politische Instrumentalisierung des Generalstabs vermeiden“, sagte Lecointre in einem ungewöhnlichen Abschiedsinterview im Fernsehsender LCI. „Die Neutralität der Streitkräfte muss um jeden Preis bewahrt werden“, sagte er. Es zählt zu der Machtfülle der Präsidenten in Frankreich, den Generalstabschef zu ernennen. Seit Ende des Algerienkrieges ist die Befürchtung nicht mehr so groß gewesen, dass die Armee in Frankreich eine politische Rolle spielen könnte. Präsident Macron gab umgehend bekannt, dass der bisherige Oberbefehlshaber des Heeres, der 56 Jahre alte General Thierry Burkhard, auf Lecointre folgt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Am 17. Juli in Erftstadt: Armin Laschet ist lachend zu sehen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Pressestatement gibt.

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.