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Französische Rentenreform : Kampf gegen die Vernunft

  • -Aktualisiert am

Streikende Eisenbahner verfolgen die Rede, in der Premierminister Edouard Philippe seine Rentenreform vorstellt. Bild: Reuters

Die Gewerkschafter wollen es der Regierung zeigen. In der Öffentlichkeit geht unter, dass eine Minderheit für ihre Privilegien kämpft. Marine Le Pen hat leichtes Spiel.

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          Das französische Rentensystem ist teuer, kompliziert und ungerecht. Premierminister Édouard Philippe will es einfacher und gerechter machen. Nach sieben Tagen Präventivstreik im öffentlichen Nahverkehr und bei der Eisenbahn hat der Regierungschef endlich klare Worte gefunden, wie die Altersversorgung reformiert werden soll. Es war höchste Zeit, den in den sozialen Netzwerken und von einem Teil der Medien angefachten Verlustängsten Fakten entgegenzusetzen.

          Schon während der monatelangen Gelbwesten-Proteste hat sich gezeigt, wie anfällig die französische Demokratie für Verschwörungstheorien geworden ist. Die Erosion der traditionellen Parteien und der Einflussverlust der Sozialpartner hat ein Klima des Misstrauens befördert. Die Radikalität der Gewerkschaften geht nicht auf eine neue Stärke, sondern auf ihre Schwäche zurück. Das gilt insbesondere für die in der kommunistischen Tradition stehende CGT, deren Bastionen im öffentlichen Dienst wanken. Die Gewerkschafter wollen es der Regierung zeigen, weil sie hoffen, dass sie damit aus der Masse der Unzufriedenen wieder Zulauf erhalten.

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