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Sarkozys Parteiumbenennung : Neuer Name, neuer Stil

Ob Nicolas Sarkozy bei einer Rede im Mai um himmlischen Beistand für den neuen Parteinamen bat, ist nicht überliefert. Bild: AFP

Aus der UMP, der Partei des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, werden die „Republikaner“. Sarkozy, der Parteivorsitzende, will damit auch von der Vergangenheit abrücken.

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          Es geht auch ohne Champagner. Das zumindest will sich Nicolas Sarkozy beweisen, der die Parteimitglieder am Samstag zu einem „Gründungsparteitag“ in Paris einberufen hat. Eine große Sause wie früher dürfen Sarkozys Anhänger nicht erwarten. Maximal 500.000 Euro soll der Parteitag kosten, kündigte Sarkozys Generaldirektor, Frédéric Péchenard, an. 2004 hatte Sarkozy für seine Krönungsfeier an der UMP-Spitze acht Millionen Euro ausgegeben.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Statt auf feine Kost sollen sich die Parteitagsbesucher auf einen unablässigen Redefluss freuen. Zwischen 10 und 16 Uhr sollen ohne Unterbrechung Redner auf die Tribüne im Veranstaltungszentrum La Villette treten. Damit es nicht zu langweilig wird, hat Sarkozy auch ein paar Stars angeworben. Tennisspielerin Marion Bartoli und Seglerin Maud Fontenay, die ihre Profi-Karrieren längst beendet haben, sind fest eingeplant. Nur Johnny, der französische Rocker, der 2007 Sarkozys Wahlsieg vor dem Nobelrestaurant Fouquet’s merklich alkoholisiert kommentieren durfte, will nicht kommen. Er hat gesagt, er sei von Sarkozy enttäuscht und glaube nicht mehr an „die Politik“.

          Sarkozy aber glaubt mehr denn je an sich. Für eine große Eingebung hält er den Wechsel des Parteinamens von „UMP“ in „Les Républicains“. Für diese hatten sich 83,28 Prozent der Mitglieder in einer Online-Befragung ausgesprochen. Am Freitagabend, kurz vor Beginn des Parteitags, wurde das Ergebnis verkündet.

          „Les Républicains“ heißt so viel wie Republikaner und ist vor allem Sarkozys Bewunderung für die amerikanischen Republicans geschuldet. Kürzel wie UMP seien nicht mehr zeitgemäß, hat er verkündet. Mit dem Namenswechsel will sich Sarkozy auch endgültig vom Erbe Alain Juppés trennen, der im November 2002 der UMP Pate gestanden hatte. Damals galt die Gründung der großen Mitte-Rechts-Partei als genialer Schachzug, mit dem der Erschütterung über Jean-Marie Le Pens Wahlerfolg bei den Präsidentenwahlen im Frühjahr Rechnung getragen wurde. Als Vorbild wurde damals die CDU genannt.

          Sarkozy würde sich auch dieses Mal gern mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel schmücken. Aber bis zum Auftakt des Parteitages blieb unklar, ob Merkel tatsächlich eine Video-Botschaft an den „teuren Nicolas“ vorbereitet hatte.

          Vor Gericht haben „Les Républicains“ bereits gewonnen. Eine Sammelklage mehrerer linker Organisationen gegen die Vereinnahmung der „Republik“ durch eine Partei wurde abgewiesen. Die Richter sprachen der UMP das Recht zu, ihren Namen frei zu wählen. Auch ein neues Logo in den Trikolorefarben blau-weiß-rot ist bereits fertig.

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