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UN-Kulturorganisation : Azoulay zur neuen Unesco-Chefin gewählt

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Die ehemalige französische Ministerin für Kultur und Kommunikation Audrey Azoulay nach ihrer Wahl zur Unesco-Chefin am Freitag in Paris Bild: AFP

Die frühere französische Kulturministerin ist die zweite Frau an der Spitze der UN-Organisation. Audrey Azoulay steht vor großen Herausforderungen. Denn die Unesco ist tief gespalten.

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          Die Französin Audrey Azoulay ist am Freitag in Paris zur neuen Generaldirektorin der Unesco gewählt worden. Azoulay erhielt 131 Stimmen bei 19 Gegenstimmen. Ihre Bestätigung durch die Generalkonferenz der Mitgliedstaaten galt als Formsache. Der Exekutivrat der UN-Organisation für Kultur, Bildung und Wissenschaft hatte Azoulay vor vier Wochen nominiert. Die frühere französische Kulturministerin ist in der Geschichte der Unesco die zweite Frau an der Spitze. Sie muss nun die tiefe Spaltung der Organisation überwinden.

          Die 45 Jahre alte Azoulay folgt der Bulgarin Irina Bukova nach, die acht Jahre lang an der Spitze der Unesco stand. Hauptaufgabe der Französin ist es, die Neuausrichtung der Organisation voranzutreiben und neue Finanzquellen zu finden. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten vor vier Wochen ihren Rückzug aus der Unesco erklärt; sie kritisieren, dass die Organisation anti-israelische Positionen eingenommen habe. Auch die Bundesregierung fordert eine Reform der Unesco.

          Nach ihrer Wahl versprach Azoulay, „die Einheit der Organisation wiederherzustellen“ und „Spannungen abzubauen“. Sie sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Wir müssen wieder einen Konsens über unser kulturelles Erbe herstellen statt uns spalten zu lassen.“

          Was Azoulay nicht an politischer Erfahrung hat, muss sie durch Instinkt und diplomatisches Geschick ausgleichen. Denn die Französin mit jüdisch-marokkanischen Wurzeln hat nur ein gutes Jahr als Ministerin für Kultur und Kommunikation unter dem abgewählten französischen Präsidenten François Hollande vorzuweisen. Das Amt hatte sie von Februar 2016 bis Mai 2017 inne, seit 2014 beriet sie den Sozialisten.

          Bei der Wahl zur Nachfolgerin von Irina Bukova setzte sich Azoulay unter anderem gegen Kandidaten aus Qatar und Ägypten durch. Die arabischen Länder konnten sich im Bruderstreit um Qatar nicht einigen, davon profitierte letztlich die Französin.

          Die Unesco ist vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv – von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

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