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Präsidentenanwärter Zemmour : Die rechte Hoffnung der „Generation Z“

Bejubelt: Éric Zemmour unter seinen Anhängern Bild: Imago

Éric Zemmour muss sich vor Gericht verantworten – wieder einmal. Seine Tabubrüche machen ihn für Wähler attraktiv, die Frankreich in einem Kulturkrieg wähnen.

          3 Min.

          Vor dem Pariser Strafgericht haben sich am Mittwoch junge Leute der „Generation Z“ versammelt. Sie schwenken eine französische Flagge, einer hält ein Plakat in die Höhe. „Zemmour Président!“ steht unter dem Foto des rechtsextremen Publizisten, der Präsidentschaftsambitionen hegt. In Umfragen hat „Z“, wie ihn seine jüngeren Anhänger nennen, Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen bereits überholt. Im Gerichtssaal geht es um eine der Äußerungen Éric Zemmours, die ihn zum Hoffnungsträger einer sich im Zivilisationskrieg wähnenden Wählerschaft katapultiert hat. „Unbegleitete Minderjährige haben nichts bei uns zu suchen, sie sind Diebe, sie sind Mörder, sie sind Vergewaltiger, das ist alles, was sie sind. Wir müssen sie ausweisen“, sagte Zemmour am 29. September 2020 in der Sendung „Face à l’info“.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die vom Nachrichtensender C’News täglich zur besten Vorabendzeit ausgestrahlte Sendung hat Zemmour berühmt gemacht. Aber die Tirade gegen minderjährige Mi­granten ging zwei Dutzend Vereinen, darunter SOS Rassismus und die Liga für Menschenrechte, zu weit. Sie erstatteten Anzeige wegen Aufruf zum Rassenhass und rassistischer Beleidigung. Der Rundfunk- und Fernsehrat CSA sanktionierte den „Aufruf zu Hass und Gewalt“ bereits im März; der Sender C’News musste eine Geldbuße von 200.000 Euro zahlen.

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