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Präsidentenwahl in Frankreich : Zwei Grüne träumen vom Elysée-Palast

Macron sei wie Ludwig XVI.: Graffito an der Oper in Paris Bild: dpa

Wen schicken die französischen Grünen ins Rennen gegen Präsident Macron? Sandrine Rosseau fordert einen radikalen Gesellschaftsumbau, Yannick Jadot will hingegen möglichst viele Strömungen vereinen.

          3 Min.

          Bei den französischen Grünen steht ein Richtungsentscheid zwischen dem „Realo“ Yannick Jadot und der „Fundi“ Sandrine Rousseau an. Die beiden Anwärter für das Präsidentenamt qualifizierten sich in den offenen Vorwahlen ihrer Partei „Europe Ecologie Les Verts“ (EELV) am Wochenende für die entscheidende Stichwahlrunde. Zwischen dem 25. und 28. September wird darüber abgestimmt, wer für die Grünen in den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Frühjahr zieht. Etwa 106.000 Sympathisanten der Grünen nahmen am ersten Wahlgang teil. Allein die hohe Wahlbeteiligung ist schon ein Erfolg für die Partei. 2016 hatten sich nur 18.000 Franzosen für die Vorwahlen eingeschrieben. Der EU-Abgeordnete Jadot, der für den Wunsch auf Regierungsbeteiligung steht, kam mit 27,7 Prozent der Stimmen auf den Spitzenplatz.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Seine Rivalin, die Wirtschaftswissenschaftlerin Rousseau (25,14 Prozent), fordert einen radikalen Gesellschaftsumbau. Ihr Thema ist die ausbeuterische patriarchalische Gesellschaft, die sie überwinden will. Kürzlich machte sie mit der Bemerkung auf sich aufmerksam, ihr seien „Frauen, die jemanden verhexen“ lieber als „Männer, die nukleare Druckwasserreaktoren bauen“. Es gebe zu viele „rationale Ingenieure“, bekundete die 49 Jahre alte Ökonomin, die an der Universität in Lille lehrt. Die Feministin thematisiert sexuelle Gewalt gegen Frauen, nachdem sie sich selbst als Opfer des früheren grünen Abgeordneten Denis Baupin geoutet hatte.

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