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Demos gegen Macron : „Gelbwesten“ wieder auf der Straße

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Die Proteste am Samstag blieben zwar weitgehend friedlich, doch gab es auch brennende Barrikaden in Paris. Bild: AFP

Demonstranten gegen „König Macron“ gingen in Paris und anderen Städten des Landes auf die Straße. Erstmals soll es auch eine Protestnacht geben.

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          Tausende „Gelbwesten“ sind in Frankreich wieder auf die Straße gegangen. Proteste gab es in Paris und anderen Städten im Land, wie der Nachrichtensender Franceinfo am Samstag berichtete. Die Demonstranten trugen französische Flaggen mit sich und hielten Banner mit der Aufschrift „König Macron“ in die Höhe. Wie in den Vorwochen blieben die Proteste weitgehend friedlich. Die Bewegung hat den elften Samstag in Folge zu Demonstrationen gegen den Reformkurs Macrons aufgerufen.

          In der Hauptstadt Paris zogen hunderte „Gelbwesten“ wieder in Richtung Champs-Elysées, wo es an den vergangenen Samstagen Zusammenstöße mit der Polizei gegeben hatte. In Toulouse im Südwesten des Landes demonstrierten mehrere tausend Menschen friedlich gegen Macron, in Bordeaux im Westen waren es nach AFP-Schätzungen rund 5000. Auch in Straßburg und Marseille demonstrierten viele Menschen.

          Erstmals haben Aktivisten an diesem Wochenende am Pariser Bastille-Platz zudem zu einer "gelben Nacht" aufgerufen. Vorbild ist die Sozialbewegung „Nuit debout“, die 2016 gegen die Arbeitsrechtsreform der sozialistischen Vorgängerregierung protestierte.

          Die Proteste richten sich seit Mitte November gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung von Staatspräsident Emmanuel Macron. Ein weiteres Thema ist die als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Einige „Gelbwesten“ fordern auch einen Rücktritt des 41 Jahre alten Präsidenten.

          Am vergangenen Samstag hatten nach Regierungsangaben 84.000 Demonstranten an den Kundgebungen teilgenommen. Dabei war es auch zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen.

          Zur Entschärfung des Konflikts hatte Macron im Dezember mit milliardenschweren Sozialmaßnahmen reagiert. Außerdem rief er eine „Bürgerdebatte“ ins Leben, bei der Bürger bis Mitte März in ihren Gemeinden Vorschläge machen können. Macron hatte in der zurückliegenden Woche selbst an einem solchen Gespräch in Süden des Landes teilgenommen.

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